Adrienne ist eine zertifizierte Hundetrainerin und ehemalige Tierarzthelferin, die mit führenden Tierärzten weltweit zusammenarbeitet.

Wenn Ihr Hund das Kuscheln liebt, heben Sie ihn wahrscheinlich oft hoch. Aber was tun, wenn er plötzlich beim Hochheben winselt oder weint?
Ein winselnder Hund beim Aufheben kann auf Angst, Stress, Schmerzen oder Unwohlsein hindeuten. Es ist oft schwierig, die genaue Ursache selbst zu erkennen, besonders wenn kein klares Muster erkennbar ist.
In solchen Fällen fragen sich viele Hundebesitzer: Warum weint mein Hund, wenn ich ihn hochnehme?
In diesem Artikel erklärt Dr. Ivana Crnec, staatlich geprüfte Tierärztin und Absolventin der Fakultät für Veterinärmedizin an der Universität Sv. Kliment Ohridski in Bitola, Mazedonien, detailliert:
- 11 mögliche Gründe für das Weinen beim Hochheben
- Warum ein Tierarztbesuch essenziell ist, um Erkrankungen auszuschließen
- Praktische Tipps, um das Problem zu lösen und das Winseln zu stoppen
- Wann Sie sofort zum Tierarzt gehen sollten
- Videoanleitung: So heben Sie kleinen Hunde oder Welpen richtig hoch und schaffen positive Assoziationen
Sollte Ihr Hund plötzlich beim Hochheben weinen, vereinbaren Sie umgehend einen Tierarzttermin. Bei medizinischen Ursachen entwickelt der Tierarzt einen Behandlungsplan. Bei Verhaltensproblemen empfiehlt er einen Spezialisten für Hundeverhalten oder Trainer.
Je früher Sie handeln, desto schneller ist Ihr Hund wieder sein fröhliches, winselfreies Selbst.

11 Gründe, warum Hunde beim Hochheben weinen
Es gibt vielfältige Ursachen – von harmlosen bis zu ernsthaften Warnsignalen. Diese können körperlich (oft schmerzhaft) oder emotional bedingt sein.
Hier ein Überblick über die häufigsten Gründe:
1. Persönliche Vorlieben
Jeder Hund ist ein Individuum: Manche lieben es, hochgehoben zu werden, andere hassen es. Da sie nicht sprechen können, drücken sie Unbehagen durch Winseln aus.
Das ist normal. Die Lösung: Respektieren Sie es und heben Sie ihn nicht hoch, wenn er es ablehnt. Solche Hunde winseln konsequent, unabhängig vom Kontext.
2. Falsche Halteposition
Ihr Hund mag das Hochheben, aber vielleicht halten Sie ihn falsch. Es gibt alters- und großenspezifische Techniken.
Grundsatz: Niemals an Beinen, Schwanz oder Genick (im Gegensatz zu Katzen). Fragen Sie Ihren Tierarzt, falls unsicher. Sehen Sie die Anleitung zum richtigen Hochheben.
3. Winseln vor Aufregung
Manche Hunde quietschen vor Freude beim Hochheben, besonders Kleinhunde, die es lieben, getragen zu werden.
Beobachten Sie die Körpersprache: Schwanzwedeln und entspannte Ohren deuten auf Freude hin.
4. Unerwartete Bewegungen
Plötzliche Aktionen erschrecken sensible Hunde und lösen Stresswinseln aus.
Vermeiden Sie das, indem Sie vor dem Hochheben mit Streicheln oder Ansprechen interagieren.
5. Höhenangst
Viele Hunde, vor allem Große, fürchten die Höhe. Das Hochheben stress sie enorm.
Akzeptieren Sie das und vermeiden Sie es – es lässt sich nicht trainieren.
6. Traumatische Erfahrungen
Wenn das Hochheben mit negativen Erlebnissen assoziiert ist (z. B. Baden), wird es zum Trigger.
7. Muskelprobleme
Hyperaktive Hunde ziehen sich oft Zerrungen oder Verstauchungen zu. Diese Schmerzen treten beim Heben auf; Hunde hinken dann und meiden Bewegung.
Ruhe, Schmerzmittel und Entzündungshemmer helfen schnell.
8. Arthritis und schmerzende Gelenke
Fast jeder Hund entwickelt irgendwann Arthrose oder Dysplasien. Das Hochheben verstärkt die Schmerzen.
Behandlung: Schmerzmittel, Supplements, Physiotherapie – eine Heilung ist selten möglich.
9. Rückenmarksprobleme
Ernsthafte Erkrankungen wie eingeklemmte Nerven verursachen starke Schmerzen, die beim Heben schlimmer werden. Häufig bei bestimmten Rassen – Vorsicht geboten.
10. Bauchschmerzen
Empfindliche Mägen reagieren auf Futterwechsel mit Schmerzen, die beim Heben spürbar werden. Begleitsymptome: Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit.
Kleine Störungen zu Hause behandelbar.
11. Knoten und Tumore
Ein alarmierender Grund: Hunde sind krebserkrankt anfällig. Schmerzhafte Klumpen oder Lymphknoten erfordern sofortige tierärztliche Abklärung.

Was tun, wenn Ihr Hund beim Hochheben weint?
Bewerten Sie die Situation: Notieren Sie Muster (Zeiten, Häufigkeit, Intensität).
- Tritt es immer auf?
- Zu bestimmten Zeiten?
- Gleiche Intensität?
Testen Sie sanfteres Annähern und korrekte Technik. Hilft das nicht, Tierarzt aufsuchen.
Wann zum Tierarzt gehen?
Bei anhaltendem Winseln oder Begleitsymptomen (z. B. Hinken, Appetitlosigkeit, Klumpen).
Der Tierarzt beginnt mit Anamnese, Untersuchung, Blut-/Urinanalysen. Je nach Verdacht: Ultraschall, Röntgen, Biopsie.
Medizinische Ursachen werden therapiert; bei Verhaltensexperten empfohlen.
Wie stoppen Sie das Winseln?
Lösen Sie die Ursache: Folgen Sie tierärztlichen oder verhaltenstherapeutischen Empfehlungen. Manche Probleme brauchen Zeit oder Anpassungen.
Dieser Artikel basiert auf fundierten Kenntnissen. Er ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Beratung. Bei Symptomen sofort zum Tierarzt.