Adrienne ist eine zertifizierte professionelle Hundetrainerin, Hundeverhaltensberaterin und ehemalige tierärztliche Assistentin in einer AAHA-zertifizierten Klinik.

Um zu verhindern, dass Ihr Labrador-Welpe springt und beißt, müssen Sie die Ursachen dieses Verhaltens verstehen. Bestrafende Methoden wie das Wegdrücken oder Drücken der Pfoten verschlimmern das Problem oft und belasten die Beziehung zu Ihrem Welpen.
Glücklicherweise gibt es bewährte, positive Strategien. Als erfahrene Trainerin empfehle ich einen ganzheitlichen Ansatz, um Springen und Beißen effektiv zu stoppen.
Bevor wir zu den Lösungen kommen: Verstehen Sie die Auslöser, um gezielt vorzugehen.

Warum springt und beißt mein Labrador-Welpe?
Hier sind die häufigsten Gründe. Achten Sie auf Situationen und Körpersprache, um besser vorbereitet zu sein.
Eine Frage des Spiels
Labrador-Welpen strotzen vor Energie und sind im Spiel oft mundap. Das ist normal: Vor dem Einzug zu Ihnen tobten sie mit Wurfgeschwistern.
Spiel ist essenziell – es lehrt Welpen die Welt, verfeinert motorische Fähigkeiten, fördert Körperbewusstsein und reduziert Stress. Ohne Geschwister sehen sie uns als Spielpartner. Wir sollten uns geehrt fühlen!
Spiel zu unterdrücken ist unmöglich. Lenken Sie es stattdessen um, weg von Springen und Beißen.
Der Beutetrieb
Beobachten Sie: Jagt Ihr Welpe bewegte Dinge wie Ärmel, Hosenbeine, Schals oder Schnürsenkel? Der Beutetrieb macht Bewegungen unwiderstehlich.
Suche nach Aufmerksamkeit
Welpen folgen uns überall und lernen schnell: Springen und Beißen bringt Reaktionen – ob Streicheln oder Tadel. Beides verstärkt das Verhalten durch positive Verstärkung, ähnlich wie bei einem ignorierten Kleinkind.
Die Zahnung
Beim Zahnen (besonders 12–16 Wochen) suchen Welpen Drucklinderung an Stoffen oder Schuhen.
Übermüdung
Welpen brauchen 16–20 Stunden Schlaf täglich. Überreizte Exemplare werden übermütig und bissig. Erkennen Sie "Zoomies" als Müdigkeitszeichen.

Tipps gegen Springen und Beißen beim Labrador-Welpen
Behandeln Sie Ursachen und wenden Sie diese Strategien parallel an.
Interaktive Spielzeuge anbieten
Bieten Sie ablenkende Toys mit Belohnungseffekt: Kong Wobbler, Puppy Kongs, Buster Cubes, Licki Mats, Schnüffelmatte.
Alternative Spiele fördern
Fangen Sie den Welpen vor dem Springen ab. Optionen:
- Trockenfutter aus der Tasche werfen (opposit Richtung). Bei Sitzbefehl: Belohnen und werfen.
- Langes Zerrspielzeug für Ziehen (mit "Aus" und "Lass es" kombinieren).
- Flirtstange griffbereit – ablenken, bevor Beißen kommt. Ideal für Hof oder Rückruf.
- Bälle aus Cargohose werfen.
- Zieltraining: Nase/Pfote auf Hand = Leckerli wegwerfen.
Bisshemmung trainieren
Lehren Sie sanftes Nehmen von Leckerlis, bevor bleibende Zähne kommen.
Genug Schlaf sichern
Welpen entladen schnell. Erzwingen Sie Nickerchen in ruhiger Umgebung – Wachstumshormone wirken im Schlaf. Tipps: Dunkler Käfig, weißes Rauschen.
Welpenkurse besuchen
Perfekt für Sozialisierung, Training und Spiel mit Artgenossen. Wählen Sie positive Verstärkungstrainer.

Hilft Ignorieren?
Bei aufmerksamkeitsgetriebenem Verhalten ja, aber schmerzhaft und frustrierend. Erwarten Sie "Extinktionsburst": Stärkeres Beißen, Bellen. Nachgeben verstärkt es. Besser: Vorbeugen durch Alternativen.
Hilft Jaulen?
Früher empfohlen, aber oft kontraproduktiv. Kombinieren Sie mit Wegdrehen – doch einige Welpen werden dadurch aufgeregter. Prävention ist sicherer.
Dieser Artikel basiert auf fundierten Kenntnissen. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Stresssymptomen: Sofort zum Tierarzt.