Chris ist seit fast einem Jahrzehnt passionierter Imker. Er teilt gerne sein Wissen über die Imkerei und lernt selbst von anderen Bienenfreunden.

Die wichtigsten Frühlingsaufgaben für Imker
Der Frühling weckt die Bienen zum Leben und ist die Hochzeit für Imker. Viele holen Pakete mit 3 Pfund Bienen oder Ableger ab, um neu anzufangen oder zu erweitern. Obstbauern brauchen Bestäuber, Winterverluste werden ausgewertet – es geht rund. Aber was tun Imker konkret? Hier die Kernaufgaben:
- Bienen mit Honig oder Zuckerwasser füttern
- Pollen oder Pollenfladen geben
- Neue Bienenstöcke aufstellen
- Königin ersetzen
- Mit Schädlingssicherung starten
- Legemuster kontrollieren
- Honigsupern vorbereiten
- Produktion beobachten
Bienen füttern: Zuckerwasser oder Honig
Nach dem Winter unterstützen Imker ihre Völker beim Wachstum, damit mehr Honig entsteht. Die gängige Methode: Zuckerwasser im Verhältnis 2:1 (Zucker zu Wasser). Manche ergänzen Zusätze gegen Schimmel oder zur Brutstimulation. Honig aus Vorjahresüberschuss ist eine Alternative.
Massenfütterung
Offene Futterstellen für alle Völker in der Nähe – praktisch, aber anfällig für Waschbären und Wildtiere. Ein Schutznetz minimiert Verluste.
Eingangsfutter
Besser: Futter am Stockeingang, das Raubzug verhindert. Varianten reichen von Rahenersatz bis oberen Futterkasten. Stärkere Völker dürfen Schwächere nicht ausplündern.


Pollenfütterung für starke Brut
Pollen ist der Proteinlieferant für Jungbienen. Arbeiterinnen sammeln es in Pollensäcken, mischen Enzyme zu Bienenbrot. Frühlingspollen oder Pasteten boosten das Wachstum. Bei kleinen Beständen (wie meinen 10 Stöcken) empfehle ich Fladen. Große Imker nutzen zentrale Futterstellen.


Neue Bienenstöcke aufstellen
Frühling ist Aufbauzeit. 3-Pfund-Pakete (ca. 10.000 Bienen plus Königin) füllen in 6 Wochen zwei Kisten. Später: Ableger (mit Brut, Honig, Pollen), Teilen starker Völker, Schwärme fangen oder Extraktionen aus Gebäuden.
Völker teilen
Starke Stöcke halbieren: 3 Pfund Bienen mit Königin in neuen Kasten – perfekter Start.
Extraktionen und Schwärme
Schwärme landen oft ungünstig (Wände, Böden). Königin fangen, Volk umsiedeln – knifflig, aber machbar. Schwärme zweimal einfangen, bis sie einziehen.


Königin ersetzen
Bei unregelmäßigem Legemuster, schwachem Legen, Aggressivität oder schwachem Volk: Neue Königin! Sie steuert via Pheromone. Einfach: Alte entfernen, begattete kaufen (spart 21 Tage) oder Volk selbst züchten lassen.


Schädlinge bekämpfen: Varroa und SHB
Varroamilben und Kleiner Bienenstockkäfer (SHB) sind Hauptfeinde. Varroa vermehrt sich rasend (bis 12-fach in 12 Wochen), tötet Brut. Oxalsäure-Verdampfung hilft. SHB täuscht Bienen, Larven zerstören. Starke Völker und Fallen sind Schlüssel.


Legemuster prüfen
Ein Ei pro Zelle, zentriert? Königin top! Mehrere Eier: Drohnenlegende Arbeiterin – 10-15 m Absetzen. Keine Eier: Königin ersetzen (ca. 30-35 €).
Honigsupern vorbereiten
Sauber, rahmenfertig – bei Nektarfluss aufsetzen. Königinnenexcluder optional; volle Räume meiden Eierlegen.

Produktion überwachen
Per Gewicht, Inspektion oder Saisonende. Tipp: Honigrahmen rotieren mit leeren Supers.
Andere Jahreszeiten
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