Der streunende Hund Pingu, oft als lästig abgetan, wurde zum Helden in einer Wohnkolonie in Delhi. Er verhinderte einen Einbruch und setzte dafür sein Leben aufs Spiel.Poornima Misra, Sekretärin der Residents Welfare Association (RWA) in Vasant Kunj, war eine der wenigen, die Pingu fütterte – mit Milch und Keksen. „Pingu ist ein treuer Wächter, der gratis Dienst leistet“, erklärt sie. „Er ist den Wachen loyal ergeben und patrouilliert jeden Abend mit ihnen durch die Kolonie. Viele Bewohner scheuchen ihn jedoch weg und wollen keine Streuner dulden.“
In den frühen Morgenstunden des 12. August änderte sich alles. Um 1:30 Uhr entdeckte Pingu vermutlich einen Fremden, der die Treppe zu einer Wohnung hinaufschlich. Obwohl er normalerweise friedlich ist, griff er instinktiv an und riss dem Einbrecher ein Stück Stoff vom Leib.
Der Dieb zog wohl ein Messer, verletzte Pingus Hinterbeine schwer und floh. Trotz der Verletzungen schleppte sich Pingu 200 Meter zum Wachhaus und hinterließ eine Blutspur. „Die Wachen waren ratlos, und Pingu konnte nichts bellen – er ist stumm“, berichtet Misra. Nach Erfüllung seiner Pflicht brach er vor Schmerzen und Blutverlust zusammen. Stundenlang half niemand.
Am nächsten Morgen erfuhr Misra von dem Drama und fand Pingu blutend und fiebernd unter einem Auto. „Viele hatten Angst, ihm zu helfen, weil er ein Streuner ist und sie Bisse befürchteten“, sagt sie empört. Mit Hilfe einiger Nachbarn brachte sie ihn in eine Tierklinik, wo er versorgt wurde.
Seitdem hat sich die Einstellung der Koloniebewohner gewandelt: Sie schmückten Pingu mit einem Goldmedaillon. „Die Leute fühlen sich schuldig wegen der Blutspuren überall – am Haus, auf der Treppe, beim Wachhaus“, erzählt Misra. „Sie sagen: ‚Wir haben ihn vertrieben, und er hat uns gerettet.‘ Sie boten sogar an, die Rechnungen zu übernehmen, aber es war kaum etwas.“
Pingu erholt sich noch: Er verlor drei Liter Blut, blutet durch die Verbände und weigert sich, in eine Klinik zu gehen. Stattdessen sucht er Trost bei Misra, reibt sich an ihr und frisst täglich drei Eier. Sie hat ihm ein Halsband angelegt. „Die Haltung hat sich um 180 Grad gedreht – selbst die, die Streuner vertreiben wollten, wollen sie nun behalten. Pingu ist unser Maskottchen. Wir haben sogar die Polizei informiert, ihn in Ruhe zu lassen.“
Misra betont: „Streunende Hunde verdienen Liebe und Respekt. Für ein bisschen Zuneigung tun sie Wunder für uns.“ Der Einbruch habe wohl den fehlenden Nachtwächter ersetzt – Pingu hinkt weiter tapfer auf Patrouille.
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