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Kolkatas Indigo-Fieber: Blaue Flaschen gegen Streunerhunde – Mythos oder wirksame Methode?

Kolkatas Indigo-Fieber: Blaue Flaschen gegen Streunerhunde – Mythos oder wirksame Methode?

Highlights

• Keine blühenden Pflanzen an Markisen, keine Rangoli oder Aalpona vor der Tür gegen böse Energien – Kolkata setzt nun auf die "magischen Effekte blauer Flaschen".
• Eine angebliche Studie behauptet, Hunde fürchteten die Farbe Indigo.

Von Tallah bis Tollygunge: Die Stadt im Bann des "Indigo-Fiebers" zur Abwehr von Hunden. Aktivisten kritisieren wachsenden Aberglauben.
Keine blühenden Pflanzen an Markisen oder traditionelle Muster vor der Haustür mehr – Kolkata entdeckt die "magischen Kräfte" blauer Flaschen. Ein Spaziergang durch die Nebenstraßen offenbart Indigowasser-gefülte Flaschen an Toren, auf Fensterbänken und strategisch vor Eingängen platziert, wie treue Wächter. Der Grund? Sie sollen Streuner davon abhalten, ihr Revier zu markieren.

Angesichts des Booms hängender blauer Flaschen passt "City of Joy" – oder besser: "City of Bhoy" – perfekt zu Kolkata.
Es funktioniert wirklich, schwören Kolkataner
Bishop Dutta aus Bhowanipore ist überzeugt: "Vor zwei bis drei Monaten wurde in einer Zeitung auf eine Studie hingewiesen, wonach Hunde Indigo fürchten. Die Idee ging viral." Dank der Flaschen spart er monatlich 160 Euro. "Früher zahlte ich der Reinigungskraft 40 Euro pro Woche für den Hundeunrat vor der Tür. Nun stelle ich Flaschen auf, und meine Frau wechselt das Wasser alle 15 Tage."

Bhaskar Das von der Gauriya Mission hängte vor drei Monaten drei Flaschen am Tor auf. "Bei Laternenlicht wirken sie nachts magisch und bedrohlich – das schreckt Hunde ab."

Der Chef weiß es am besten
Bei einem 100 Jahre alten Haus an der Gurusaday Road stehen vier blaue Flaschen am Tor. Wachmann Banshi erklärt: "Saheb sagte, das hält Hunde vom Koten fern. Jede Ecke wird bewacht." Auf Nachfrage: "Saheb hat recht – alle machen das. Früher schliefen drei Hunde in der Garage und machten Chaos. Jetzt nicht mehr."

Mund-zu-Mund-Propaganda
Auch Süd-Kolkata ist infiziert. Vor einer Residenz in der Rashbehari Avenue hängt eine große Indigo-Flasche. Besitzerin Jayanta Mallick: "Nachbarn schwören, es wirkt gegen Hunde und Katzen." Nachbar Abhijit Srimani: "Wir wissen, es ist Aberglaube, aber da alle es tun, haben wir mitgemacht."

Hohe Nachfrage nach Flaschen
Rakshit aus Dum Dum verkauft leere Kaltgetränkeflaschen für je 5 Euro: "Ob Aberglaube oder nicht – es läuft gut." Wächter Sandhu an einer Schule nahe Sarat Bose Road klagt: "Die Flaschen werden gestohlen. Nun binde ich sie mit Draht fest!"

Keine Basis in der Wissenschaft, warnen Experten
Hundetrainer Sujan Das, Nachbar von Dutta, lehnt ab: "Keine wissenschaftliche Erklärung." Tieraktivist Debashish Chakraborty: "Nur Aberglaube. Tierärzte bestätigen das. Mitleid mit den Streunern, die uns seit Langem schützen. Solche Methoden locken Einbrecher an."

Prominente äußern sich
Schauspielerin Debashree Roy, Hundeliebhaberin: "Hunde sind farbenblind! Unfassbar, dass 2016 solcher Unsinn kursiert." Filmemacher Shiboprosad Mukherjee fand Flaschen vor seinem Haus: "Zuerst dachte ich an Ali Baba. Nun sehe ich Hunde darunter schlafend – viral, aber wirkungslos."