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10 entscheidende Gründe für die rektale Untersuchung Ihres Haustiers – Von Jennifer Coates, DVM

Von Jennifer Coates, DVM

Als erfahrene Tierärztin weiß ich: Jeder Tierarzt führt körperliche Untersuchungen individuell durch – manche starten vorne und arbeiten sich nach hinten vor, andere systematisieren nach Organen. Doch unabhängig vom Ansatz schließt die rektale Untersuchung die Routine in den meisten Fällen ab. Warum diese für Mensch und Tier oft unangenehme Prozedur? Sie liefert unverzichtbare Infos für eine frühe Diagnose. Hier die 10 wichtigsten Vorteile rektaler Untersuchungen bei Haustieren.

Kotprobe entnehmen

Bei einer rektalen Untersuchung kann der Tierarzt meist eine Kotprobe sicherstellen. Kotanalysen sind bei Magen-Darm-Problemen wie Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust oder Appetitmangel essenziell. Auch in Wellness-Checks prüfen sie auf Würmer.

Rektale Wand abtasten

Mit dem Finger ertastet der Tierarzt die innere Rektumwand auf Verdickungen, Rauheit oder Trockenheit. Solche Auffälligkeiten deuten auf entzündliche Darmerkrankungen, Infektionen, Krebs oder Verstopfungen hin.

Analtonus prüfen

Der Analtonus – die Schließfähigkeit des Anus – hängt von Nerven und Muskeln ab. Während der Untersuchung bewerten Tierärzte ihn. Abweichungen signalisieren oft Nervenschäden oder Erkrankungen.

Analdrüsen kontrollieren und entleeren

Zwei Analdrüsen flankieren den Anus und produzieren eine übelriechende Flüssigkeit, die normalerweise beim Stuhlgang austritt. Bei Stau entzünden oder reißen sie. Die rektale Untersuchung ist ideal, um sie zu fühlen und zu entleeren.

Prostata bei Rüden beurteilen

Prostata-Probleme sind bei Hunden häufig: Intakte Rüden bekommen oft eine vergrößerte Prostata, kastrierte ein Krebsrisiko. Bei nicht zu großen Hunden tastet der Tierarzt sie rektal ab.

Vaginaltrakt bei Weibchen evaluieren

Auch Teile der weiblichen Geschlechtsorgane sind rektal erreichbar. Bei Auffälligkeiten folgen vaginale Untersuchungen oder weitere Tests.

Harnröhre abfühlen

Die Harnröhre transportiert Urin aus der Blase. Entzündungen, Infekte oder Blockaden durch Steine lassen sich teilweise rektal ertasten, da sie unter dem Rektum verläuft.

Beckenstruktur bewerten

Bestimmte Beckenknochen – wo Hinterbeine, Schwanz und Wirbelsäule ansetzen – sind tastbar. Das hilft bei Verletzungen (z. B. nach Stürzen oder Unfällen) und Schmerzzone wie lumbosakralem Übergang bei Arthritis.

Lymphknoten palpieren

Innere Lymphknoten unter dem Becken sind erreichbar. Vergrößerungen warnen vor Krebs, Infektionen oder Nachbarproblemen.

Anormale Massen suchen

Tierärzte scannen auf Tumore oder Wucherungen in Anus, Rektum, Drüsen, Geschlechtsorganen, Harnröhre, Becken und Lymphknoten. Diese erfordern Folgediagnostik.

Tierärzte platzieren rektale Untersuchungen oft am Ende, um Stress zu minimieren. Bei zu kleinen, unruhigen oder aggressiven Tieren sedieren wir. Akut? Sofort sedieren. Routine? Kombinieren mit z. B. Zahnreinigung.