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Depressionen bei Haustieren: Ursachen erkennen und professionell bekämpfen

Depressionen bei Haustieren: Ursachen erkennen und professionell bekämpfen Nicht nur Bewohner Mumbais, sondern auch ihre Haustiere kämpfen mit Stress und Depressionen. Wo liegt der Fehler?
Als Rajashree Khalap aus Colaba im Mai 2011 ihren zehnjährigen Hund Lalee verlor, trauerten nicht nur sie und ihr Mann. „Mein anderes Tier, die dreijährige Mischlingshündin Kimaya, die eng mit Lalee verbunden war, litt tief“, berichtet die 50-jährige Naturschützerin.

Lalee erlitt eine schwere allergische Reaktion auf Zement, der zu Hause lag, und verstarb im Auto auf dem Weg zum Tierarzt. „Kimaya sah nicht, was geschah. Sie bemerkte nur, wie wir mit Lalee hinausstürmten und ohne sie zurückkehrten“, ergänzt Khalap.
Während Khalap und ihr Mann trauerten, hörte Kimaya auf zu essen. Der sonst "gierige" Hund rollte sich zusammen, schlief viel und zeigte kein Interesse ans Futter. Tierärzte fanden keine körperlichen Ursachen. Khalap wandte sich an Shirin Merchant, Verhaltenstherapeutin und Hundetrainerin aus Dadar. Merchant diagnostizierte Depression bei Kimaya und wies darauf hin, dass Khalaps Trauer den Zustand verschlimmerte: „Ändern Sie Ihr Verhalten, sonst verlieren Sie auch den zweiten Hund.“

SPIEGELUNG DES BESITZERS
„Viele Besitzer schreiben Tieren menschliche Emotionen zu“, erklärt Merchant, Expertin für Tierverhalten. „Tierisches Verhalten dient dem Überleben. Tiere erholen sich meist von Verlusten oder Umzügen. Entscheidend ist die Stimmung ihrer Bezugspersonen und Routineänderungen.“ Sobald Stabilität herrscht, verschwinden depressive Symptome.

TRAUMA BEWÄLTIGEN
Haustiere spiegeln Besitzer-Veränderungen wider, doch Depressionen können auch aus Missbrauch oder Trauma resultieren. Aadore Sayani aus Churchgate fand einen streunenden Hund auf dem Oval Maidan wieder – nach Wochen in Vashi schwer verletzt. „Der Tierarzt vermutete sexuellen Missbrauch. Früher verspielt, wurde er apathisch gegenüber Menschen“, erzählt Sayani. Monate intensiver Pflege brachten ihn zurück.

Auch unnatürliche Umgebungen stressen: Labradore als Retriever brauchen Auslastung ihrer Nase, Huskys Bewegung in der Kälte. In Mumbais Wohnungen mit kurzen Spaziergängen leiden sie. „Geben Sie ihnen Aufgaben, z. B. freies Laufen im Park“, rät Merchant.

Khalap holte auf Merchants Rat einen Trainer. Regelmäßige, belohnungsbasierte Einheiten veränderten Kimaya: „Sie liebte Lob, Streicheln und Leckerlis. Früher schüchtern bei anderen Hunden, blieb sie nun ruhig am Oval Maidan. Ihr Appetit kehrte sofort zurück – und ich fühlte mich besser“, sagt Khalap.

ERKENNUNGSZEICHEN
Wie beim Menschen meiden depressive Tiere Kontakt, erklärt eine Homöopathin aus Süd-Mumbai, die Tiere behandelt. „Hunde rollen sich in Ecken zusammen oder verstecken sich unter Autos; Katzen schleichen in Schränke.“ Appetitlosigkeit deutet bei anhaltenden normalen Tests auf Depression hin. Nicht nur Hunde und Katzen leiden: „Papageien rupfen isoliert Federn. Spiegel oder rasselnde Spielzeuge helfen.“

PROFESSIONELLE HILFE
Nach Ausschluss körperlicher Ursachen empfehlen Experten Stimmungsaufheller. Merchant: „Im Westen gibt es allopathische Mittel, in Indien generische Psychopharmaka – selten und nur auf Rezept.“ Dr. S. V. Vishwasrao aus Bandra warnt: „Ohne Liebe und Hingabe des Besitzers bleibt Behandlung wirkungslos.“

Ursachenfindung ist Schlüssel. Schließen Sie systemische Erkrankungen aus. „Medikamente können nötig sein, doch Liebe ist essenziell.“

Von Gitanjali Chandrasekharan
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