Von Samantha Drake
Immer mehr Tierbesitzer nehmen ihre Hunde oder Katzen in den Urlaub mit – dank haustierfreundlicher Unterkünfte und Aktivitäten. Doch was tun, wenn das Haustier fern der Heimat und des vertrauten Tierarztes erkrankt oder sich verletzt?
Einige Risiken wie Dehydrierung oder Überhitzung lassen sich vorbeugen. Andere, wie Bienenstiche, giftige Pflanzen oder Pfotenschnitte, kommen plötzlich. „Es ist beängstigend, nicht zu wissen, was passiert. Deshalb reisen manche erst gar nicht mit Haustieren“, erklärt Amy Burkert. Sie und ihr Mann Rod betreiben die Website „Go Pet Friendly“ und reisen seit über sechs Jahren Vollzeit im Wohnmobil mit ihren Hunden Buster (9) und Ty (12) durchs Land.
Gründliche Vorbereitung, Recherche und kluge Entscheidungen schützen die Gesundheit Ihres Haustiers unterwegs zuverlässig.
Vorausplanen
Investieren Sie vorab Zeit: „Ein paar Stunden Vorbereitung können über Leben und Tod entscheiden“, betont Melanie Monteiro, Autorin von „The Safe Dog Handbook“ und Betreiberin der Website The Safe Dog aus Los Angeles.
Folgende Schritte sichern Sie ab:
Recherchieren Sie regionale Risiken. Jede Region hat spezifische Gefahren wie Umweltgifte oder Ausbrüche, warnt Burkert. An der Ostküste achten Hundebesitzer auf Zecken mit Borreliose-Risiko, im Mittleren Westen auf Blaualgen (Cyanobakterien) – hochgiftige Mikroorganismen in Süß- und Brackwasser.
Sammeln Sie Tierarzt-Empfehlungen. Fragen Sie Freunde, Ihren Tierarzt oder Unterkunftsbetreiber. Googeln Sie im Voraus, nicht erst in der Krise, rät Burkert.
Nehmen Sie die Krankenakte mit. Scannen Sie sie für ein Flash-Laufwerk – leicht zu teilen. Fügen Sie Kontaktdaten Ihres Tierarztes bei, empfiehlt Burkert.
Monteiro rät: „Laden Sie Ihr Telefon mit Nummern und Apps.“ Diese organisieren Unterlagen und bieten Q&A-Zugriff unterwegs.
Packen Sie einen Erste-Hilfe-Kasten. Für Schnitte, Splitter oder Magenprobleme. Dazu ein bequemer Maulkorb: Verletzte Hunde können in Kliniken beißen, warnt Burkert.
Buchen Sie einen Haustier-Sicherheitskurs. Online oder vor Ort lernen Sie Vitalzeichen, HLW und mehr. „Sie müssen kein Profi sein, um Held Ihres Hundes zu werden“, sagt Monteiro.
Kennen Sie normale Vitalwerte. Puls, Temperatur? Führen Sie wöchentliche Checks durch, rät Denise Fleck von Sunny-dog Ink in Burbank, Kalifornien. Experte für Erste Hilfe, Seniorenpflege und Katastrophenvorsorge bei Tieren. Routineuntersuchungen gewöhnen das Tier an Berührungen.
Krisenkontrolle
Bei Problemen: Rufen Sie zuerst Ihren Tierarzt an. Lokale Praxen entsprechen der Dringlichkeit ambulant und reservieren Notfallslots, erklärt Burkert – immer vorher anrufen. Für echte Notfälle: Direkt ins 24/7-Tierkrankenhaus. Notdienste helfen bei Tieren nicht.
Unterwegs: Erste-Hilfe-Basics mitnehmen. „Machen Sie das Beste draus“, sagt Fleck. Essentials im Rucksack:
- Wasser zur Hydration
- Antihistaminika gegen Allergien
- Kältpacks gegen Schwellungen
- Bandagen für Wunden
- Decke oder Plane zum Schützen/Transportieren
Gönnen Sie Wasserpausen, bleiben Sie ruhig – Ihr Tier verlässt sich auf Sie. „Haustiere sind Familie. Es ist unsere Pflicht, sie zu schützen“, fasst Fleck zusammen.
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