Von Hanie Elfenbein, DVM
Als Tierärztin sehe ich täglich Hunde mit Ohrinfektionen – einer der häufigsten Gründe für Tierarztbesuche. Diese Infektionen sind nicht nur unangenehm für Ihren Vierbeiner, sondern können chronisch werden, starke Schmerzen verursachen und sogar zu Schwindel oder Hörverlust führen.
Hunde signalisieren Ohrprobleme durch Kratzen an den Ohren. Achten Sie auf Hefegeruch, Rötungen oder vermehrten Ohrenschmalz. Ursachen sind meist Bakterien, Hefen oder Ohrmilben – letztere lassen sich mit gängigen Floh- und Zeckenmitteln vorbeugen. Der Körper produziert mehr Schmalz, um die Infektion zu bekämpfen, was die Lage leider oft verschlimmert.
Hunderassen, die besonders anfällig sind
Jeder Hund kann betroffen sein, doch bestimmte Rassen und Typen sind gefährdeter:
Cocker Spaniels
Die schweren Schlappohren und dichten Haare in den Kanälen machen Cocker Spaniels hochgradig anfällig für Infektionen.
Labrador Retriever
Retriever lieben Wasser – doch Feuchtigkeit in den Ohren begünstigt Hefen und Bakterien, die in warmer, feuchter Umgebung gedeihen.
Pitbulls
Pitbulls sind oft von Allergien betroffen, die Haut- und Ohrinfektionen fördern.
Pudel
Stark behaarte Ohrenkanäle fangen Schmutz ein. Bei Infektionen behindert das Haar die natürliche Reinigung.
Shar-Peis
Enge Gehörgänge durch Hautfalten verstopfen leicht und erschweren die Entleerung von Schmutz und Infektionsmaterial.
Allergische Hunde
Allergiker kratzen viel, was die Hautbarriere schädigt. Zudem fördert die Allergie das Wachstum von Hefen und Bakterien. Chronische Fälle erfordern eine Allergiebehandlung als Ursachenbekämpfung.
Behandlung von Ohrinfektionen bei Hunden
Beim Verdacht führt Ihr Tierarzt eine Otoskopie durch: Mit einer Lupe wird tief in den Kanal geschaut, Proben (Ohrzytologie) mikroskopiert. Basierend darauf verschreibt er passende Salben und Reinigungsanweisungen.
Ein Follow-up nach 2–4 Wochen prüft den Erfolg. Infektionen können trotz Symptomfreiheit bestehen bleiben. Wichtig: Gerissene Trommelfelle erfordern spezielle Medikamente, um Hörschäden zu vermeiden – das klärt der Tierarzt.
Ohren Ihres Hundes gesund halten
Trocknen Sie nach Baden oder Planschen die Ohren gründlich mit einem Handtuch ab.
Verwenden Sie eine milde Ohrenreinigungslösung: Tröpfeln Sie sie in den Kanal, massieren Sie das Gewebe, lassen Sie schütteln und wischen Sie aus. Mit Wattestäbchen sanft Falten reinigen – nie tief in den Kanal stechen!
Bei ersten Juckreizzeichen: Sofort zum Tierarzt.