Die Besitzerin der zweieinhalbjährigen Hündin Browny geriet in Panik, als deren Schwanzjagd zur 24/7-Besessenheit wurde. Der Tierarzt überwies sie an eine Tierverhaltensforscherin, die Langeweile und Trennungsangst diagnostizierte. Nach monatelanger Therapie normalisierte sich Brownys Verhalten.Wenn Sie Ihre Haustiere stundenlang allein lassen, sie vernachlässigen oder zu wenig Zeit mit ihnen verbringen, kann das schwere gesundheitliche Folgen haben. Tierpsychologen und Verhaltensforscher berichten zunehmend von Fällen mit Trennungsangst, Zwangsstörungen und sogar selbstverletzendem Verhalten.
Priti Chauhan, Tierverhaltensforscherin und Therapeutin mit 10 Jahren Erfahrung, erklärt: „Jede Woche sehe ich zwei bis drei solcher Fälle. Neben der Behandlung der Tiere berate ich die Besitzer, um Wiederholungen zu vermeiden. Meist leiden Haustiere unter Vernachlässigung – lange Alleinzeiten zu Hause, Anbinden oder fehlendes Trinkwasser verschärfen das Problem.“
Anagha Mali, weitere Expertin für Tierverhalten, beschreibt Anzeichen: „Trennungsangst zeigt sich durch Weigerung, allein drinnen zu bleiben, anhaltendes Bellen, Zerstörungswut wie Möbelkauen oder Verschmutzen. Extremfälle umfassen Selbstverletzungen durch Lecken, Schatten- oder Schwanzjagd.“
Manchmal stecken andere Ursachen dahinter, betont Priti Chauhan: „Sorgen Sie für ausreichend Futter, tägliche Pflege und ständigen Wassernachschub. Vermeiden Sie Anbinden – falls unvermeidbar, wählen Sie schattige Plätze ohne direkte Sonne. Stimulieren Sie körperlich und geistig: Neben Spaziergängen, Laufen oder Ballspielen neue Umgebungen wie Parks oder Hügel bieten, wo das Tier Düfte erkunden kann. Das regt das Gehirn an.“
Der Fall der Hausfrau Aarti Pednekar illustriert familiäre Dynamiken: „In unserer vierköpfigen Familie hängt unser sechsjähriger Labrador Honey vor allem an mir. Bei meiner 14-tägigen Abwesenheit leckte sie sich die Vorderpfote wund. Der Verhaltensspezialist diagnostizierte Trennungsangst und riet, alle Familienmitglieder einzubinden, damit Honey sich allen verbunden fühlt.“
Tierarzt und Verhaltensberater Dr. Shivshankar Chikodi empfiehlt Training: „Ab zwei Jahren ideal: Fangen Sie mit 15 Minuten Alleinsein an, steigern Sie schrittweise auf zwei Stunden. Ignorieren Sie Bellen – öffnen Sie nicht die Tür, damit das Tier lernt, mit Ihrer Abwesenheit umzugehen.“ Priti Chauhan schließt: „Ein Haustier zu besitzen ist wie ein Kind zu haben – eine bewusste Entscheidung mit großer Verantwortung.“