In der Kolonie Lala Thottam in Mandaveli stoßen Sie auf Stahlplatten unter Bäumen – Futterstellen für streunende Hunde. Folgen Sie diesen Markierungen, und Sie gelangen zum Haus von A. Meena. Seit über 17 Jahren teilt sie ihr kleines Zweizimmerhaus mit Hunden. An den Wänden hängen Bilder von Shirdi Sai Baba. Die Pflege der Tiere verbindet sie spirituell mit dem Göttlichen. Während Chennai viele Hundefütterer kennt, hat Meena ihr Leben voll und ganz dieser Mission gewidmet. Mit 36 Jahren blieb sie single, um niemanden zwischen sich und ihre Hunde zu lassen.
Nahe dem berühmten Kapaleeswarar-Tempel lebt sie zurückgezogen – kein Kino, selten Tempelbesuche. Morgens arbeitet sie als Haushaltshilfe und Köchin, ihr Verdienst fließt direkt in die Hundepflege.
„Ich gehe nirgendwohin. Nach der Arbeit bin ich bei ihnen. Nur einmal ließ ich sie zurück – für meine Blinddarm-OP, zehn Tage lang“, erzählt Meena. Sie kümmert sich auch um Straßenhunde der Nachbarschaft, darunter ihren Liebling, einen Blinden. „Er ist halb blind geworden, nun ganz. Er bewegt sich kaum, andere Hunde greifen ihn an.“ Sie zeigt die Narben an seinem Hals.
Meena kennt keine NGOs, bittet nie um Hilfe. Mit ihrem knappen Einkommen deckt sie alles ab – inklusive Tierarztbesuche beim kooperativen Arzt in Mandaveli. „Sie kämpfen oft, Verletzungen kosten Geld. Aber das gehört zu meinem Leben.“
Viele drängten sie zur Heirat, doch sie lehnte ab. „Ein Ehemann würde verlangen, ich gebe die Hunde auf. Das kann ich nicht. Sie sind mein Leben.“
Kein Ruhm, kein Stammbaum – nur pure Erfüllung. „Mit wenig Geld sorge ich für sie, Herausforderungen meistern wir gemeinsam. Ich liebe dieses Leben, es geht weiter.“