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Vor 20.000 Jahren: Tödlicher Kampf zweier amerikanischer Geparden in einer Grand-Canyon-Höhle

Vor 20.000 Jahren: Tödlicher Kampf zweier amerikanischer Geparden in einer Grand-Canyon-Höhle

Vor etwa 20.000 Jahren lieferten sich in einer Höhle an einer Felswand im Grand Canyon zwei amerikanische Geparden einen erbitterten Kampf Zahn um Kralle. Der Sieger blieb der Geschichte verborgen, doch eines der Tiere – ein Jungtier mit einer Bisswunde durch die Wirbelsäule – starb wohl genau dort, wo es auf den Höhlenboden fiel. Zurück blieben Knochen und mumifizierte Gewebestücke.

Diese Überreste, ergänzt durch Fossilien aus zwei weiteren Grand-Canyon-Höhlen, enthüllen Neues über den ausgestorbenen Miracinonyx trumani: Anders als die sprintstarken Flachland-Geparden Afrikas (Acinonyx jubatus) ähnelten diese Katzen eher den Schneeleoparden (Panthera uncia). Sie durchstreiften Klippen und felsiges Gelände, jagten vorwiegend Bergziegen und Dickhornschafe.

Die Fossilien wurden vor Jahrzehnten entdeckt und zunächst als Berglöwen (Puma concolor) identifiziert. Eine aktuelle Neubewertung durch Experten ergab jedoch: Es handelt sich um amerikanische Geparden, bekannt aus anderen Fundorten. Diese waren eng mit Berglöwen verwandt, besaßen aber die kurze Schnauze und schlanken Proportionen moderner afrikanischer Geparden.

Katzen auf den Klippen

Der amerikanische Gepard erlosch vor rund 10.000 Jahren. Vor dem Ende der letzten Eiszeit bevölkerte er ganz Nordamerika – von West Virginia bis Arizona und Wyoming. Seine Geschwindigkeit erklärt vermutlich, warum Gabelböcke (Antilocapra americana) bis zu 96,5 km/h erreichen. Kein heutiges Raubtier Nordamerikas sprintet so schnell.

Neue Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass amerikanische Geparden nicht primär Gabelböcke jagten. Während einige Fossilien aus offenen Tälern stammen, fanden sich viele in steilen, felsigen Arealen mit Höhlen als Unterschlupf, erläutert Paläontologe John-Paul Hodnett von der Maryland-National Capital Parks and Planning Commission, Hauptautor der Studie.

Hodnett stieß vor fast 20 Jahren als Student an der Northern Arizona University auf Fossilien aus der Rampart Cave im westlichen Grand Canyon – einer Kammer mit versteinerten Riesenfaultier-Kot-Schichten. Unter den als Berglöwen klassifizierten Knochen erkannte er Merkmale amerikanischer Geparden. Später analysierte er ähnliche Funde aus Next Door Cave und Stanton's Cave: Alle wiesen knöcherne Unterschiede auf, wie die Form der Knöchel oder Größenabweichungen.

Ein prähistorischer Katzenkampf

Nach Jahren der Unterbrechung durch andere Projekte aktualisierte Hodnett 2019 die Funde im Rahmen einer Inventur für den Grand-Canyon-Nationalpark. Aus Next Door Cave stammte ein Fersenbein, aus Stanton's Cave ein Pfotenstück mit Krallenscheide. Rampart Cave lieferte die Highlights: Knochen zweier Geparden – ein Subadult und ein sechs Monate altes Kätzchen.

Das Subadult trug tödliche Stichwunden am Schädel und der Wirbelsäule, passend zu Zähnen eines ausgewachsenen Geparden. „Der scharfe Einstich in der Wirbelsäule wäre sofort lähmend gewesen – keine Heilungsspuren“, erklärt Hodnett.

Verwandt waren die Tiere möglicherweise; mumifiziertes Gewebe könnte DNA für Analysen liefern. Der Kampf könnte territorial oder infanticid gewesen sein, ähnlich wie bei afrikanischen Löwen.

Die Funde belegen: Amerikanische Geparden jagten jenseits von Graslanden. Begleitfossilien von Dickhornschafen und der ausgestorbenen Harrington-Bergziege (Oreamnos harringtoni) deuten auf Klippenbeute hin. „Diese Neuklassifikation zeigt, dass Miracinonyx ökologisch vielfältiger war“, fasst Hodnett zusammen.

Die Studie erschien in der Mai-Ausgabe des New Mexico Museum of Natural History and Science Bulletin.