Ein gelber Roboter namens ECHO unterstützt Forscher der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) dabei, Kaiserpinguine in der Antarktis zu beobachten.
In der Antarktis, in der Atka Bay, überwachen WHOI-Wissenschaftler eine Kolonie von etwa 20.000 Kaiserpinguinen (Aptenodytes forsteri) mithilfe eines teils autonomen, teils ferngesteuerten Hybrid-Rovers.
Dieser vierrädrige Roboter ist Teil des 2017 gestarteten, 30 Jahre dauernden WHOI-Programms „Monitor the health of the Antarctic marine Ecosystems using the Emperor Penguin as a Sentinel“, kurz MARE. Das Projekt nutzt Kaiserpinguine als Indikatoren für die Gesundheit des antarktischen Ökosystems. Es dokumentiert ihre Anpassung an den Klimawandel und die Auswirkungen auf Fischbestände, wie WHOI-Vertreter in einer Erklärung betonen.
ECHO eliminiert menschliche Störungen bei Pinguin-Zählungen, die zeitintensiv und für die Tiere belastend sind, wie WHOI berichtet.
Mit einer Länge von 0,9 Metern ist ECHO mit Lidar- und GPS-Technologie ausgestattet, um autonom zu navigieren. Sensoren ermöglichen die Überwachung von Kolonien, Bewegungen und Verhalten einzelner Pinguine.
Eine RFID-Antenne scannt implantierten Tags in Pinguinküken – jährlich etwa 300 markiert –, die Fitness, Brutstatus und ozeanografische Daten liefern, sobald ECHO auf 86 cm range kommt. Eine 360-Grad-Kamera identifiziert Individuen, GPS-Daten zeigen Verbreitung und Hotspots.
WHOI-Forscher modifizierten ECHO aus einem Husky-Kit von Clearpath Robotics, das 2020 verliehen wurde. Zuvor sammelten portable RFID-Scanner und menschliche Beobachtungen Daten.
ECHO-Daten werden per Wi-Fi ans nahe SPOT-Observatorium übertragen, neben der Neumayer-Station III. SPOT nutzt 16 hochauflösende Kameras zur Pinguin-Lokalisierung.
Ohne natürliche Feinde eignen sich Kaiserpinguine ideal, um Ökosystemveränderungen durch den Klimawandel zu studieren.
Doch ihr Überleben ist gefährdet: Eine 2021 in Global Change Biology publizierte Studie warnt vor quasi-Aussterben bis 2100 durch schwindendes Eis.
„Die Biodiversität im Südlichen Ozean ist gering – der Verlust einer Art wäre verheerend“, sagte WHOI-Wissenschaftler Daniel Zitterbart gegenüber CNN.
WHOI plant ECHO-Erweiterungen für Nahrungs-, Fortpflanzungs- und Haufenverhalten. Eine 3D-gedruckte Eisverkleidung ermöglicht Infiltration von Pinguinhaufen während der Brutzeit.