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Domestizierung verkleinert Katzengehirne: Aktuelle Studie belegt menschlichen Einfluss

Domestizierung verkleinert Katzengehirne: Aktuelle Studie belegt menschlichen Einfluss

Neueste Forschungsergebnisse belegen: Tausende Jahre menschlicher Abhängigkeit haben das Gehirn der Hauskatze spürbar verkleinert.

In einer Studie, veröffentlicht am 26. Januar in der renommierten Zeitschrift Royal Society Open Science, verglichen Experten die Schädelmaße – einen zuverlässigen Indikator für die Gehirngröße – moderner Hauskatzen mit jenen ihrer nächsten wilden Vorfahren: der Afrikanischen Wildkatze (Felis lybica) und der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris). Die Analyse ergab, dass die Schädel- und damit Gehirngröße bei Hauskatzen in den letzten 10.000 Jahren im Vergleich zu ihren wilden Verwandten erheblich abgenommen hat.

Das heißt nicht, dass Ihre Katze weniger intelligent ist. Vielmehr deutet es darauf hin, dass die Züchtung auf Zahmheit bei Haustieren unbeabsichtigt die Gehirnentwicklung beeinflusst hat, erklären die Forscher. Diese Veränderungen setzen vermutlich schon im embryonalen Stadium ein, wenn Neuralleistenzellen – spezialisierte Zellen bei Wirbeltieren – das Nervensystem formen.

„Die Selektion auf Zahmheit während der Domestizierung könnte die Migration und Vermehrung dieser Neuralleistenzellen reduziert haben, was zu geringerer Erregbarkeit und Angst führt“, schreiben die Autoren. „Dies kann jedoch auch morphologische Veränderungen, veränderte Stressreaktionen und eine kleinere Gehirngröße nach sich ziehen.“

Die Studie baut auf Arbeiten aus den 1960er- und 1970er-Jahren auf, die ähnliche Schädelvergleiche durchführten. Frühere Forschungen bestätigten eine Gehirngrößenreduktion bei Hauskatzen, verglichen sie jedoch oft nur mit der Europäischen Wildkatze, die nicht ihr direkter Vorfahre ist.

Die neuen Autoren aktualisierten dies, indem sie die Afrikanische Wildkatze einbezogen – genetisch bestätigter nächster lebender Verwandter der Hauskatze. Ergebnis: Hauskatzen weisen bis zu 25 % kleinere Schädel auf als Afrikanische und Europäische Wildkatzen. Hybride zwischen Wild- und Hauskatzen lagen genau dazwischen.

Dies unterstreicht den starken evolutiven Einfluss der Domestizierung in den letzten Tausenden Jahren – ein Muster, das auch bei Schafen, Kaninchen, Hunden und vielen anderen Haustierarten beobachtet wird.

„Veränderungen des Schädelvolumens sind bei domestizierten Arten gut dokumentiert“, betonen die Forscher. Dieses Wissen beleuchtet domestikationsbedingte Entwicklungsprozesse und weckt Bedenken bei Wildarten, die durch Hybridisierung mit Haustieren gefährdet sind.