Bei Bauarbeiten in der englischen Stadt Sherford wurden kürzlich Knochen eines Wollmammuts, Wollnashorns, einer Hyäne und eines Wolfs freigelegt. Diese Funde stammen vermutlich aus der letzten Eiszeit.
Die Reste kamen während des Baus der neuen Siedlung Sherford im County Devon nahe Plymouth ans Licht, berichtet BBC News. Die Planstadt für 5.500 Einwohner entsteht seit 2015, und von Beginn an begleiten Archäologen das Projekt.
Beim Ausheben einer Höhle stieß das Team auf einen Stoßzahn, Backenzahn und weitere Knochen eines Wollmammuts, den unvollständigen Schädel und Unterkiefer eines wolligen Nashorns sowie ein fast vollständiges Wolfsskelett, laut Aussage des Sherford Consortium. Ergänzt wurden die Funde durch Reste einer Hyäne, Pferd, Rentier, Schneehase, Rotfuchs und kleiner Säugetiere wie Fledermäuse und Spitzmäuse.
Analysen datieren die Überreste in die mittlere Devensian-Periode vor etwa 60.000 bis 30.000 Jahren. Ob alle Tiere gleichzeitig lebten oder sich über längere Zeit ansammelten, bleibt offen.



"Devon war damals ein bitterkalter, trockener Ort – selbst im Sommer ein weites Grasland, das Herden von Wollmammuts, Wollnashörnern und Rentieren sowie Raubtiere wie Hyänen und Wölfe ernährte", erklärt Victoria Herridge, Expertin für fossile Elefanten im Museum The Box der Redaktion des Natural History Museum.
"Eine Entdeckung nationaler Bedeutung – selten und einzigartig", betont Rob Bourn, leitender Archäologe von Orion Heritage. "Solche intakten Skelette sind außergewöhnlich."
Die Ausgrabungen sind abgeschlossen; die Knochen werden nun detailliert analysiert, Sedimente untersucht. Die Funde kommen nach Abschluss der Arbeiten ins Museum The Box. Das Sherford Consortium sichert die Höhle und verzichtet auf Bauarbeiten dort.