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Gibt es noch unentdeckte Riesentiere auf der Erde? Aktuelle Forschungsfunde faszinieren

Gibt es noch unentdeckte Riesentiere auf der Erde? Aktuelle Forschungsfunde faszinieren

Im Jahr 2020 entdeckten Forscher vor der Küste Australiens in einer Tiefseeschlucht das längste Tier aller Zeiten: einen etwa 45 Meter langen Siphonophor. Diese Kolonie besteht aus zahlreichen kleineren Tieren, sogenannten Zooiden, die sich zu einer fadenartigen Struktur verbinden – ähnlich einer Koralle, doch frei schwimmend im Ozean.

Diese Entdeckung wirft die Frage auf: Gibt es noch weitere Riesentiere, die uns verborgen bleiben? Die Antwort lautet mit hoher Wahrscheinlichkeit: Ja. Wissenschaftler entschlüsseln das Leben auf der Erde kontinuierlich neu, und der Siphonophor ist nur einer von mehreren Riesen, die in den letzten Jahrzehnten ans Licht kamen.

Laut dem Monterey Bay Aquarium leben Siphonophore in Tiefen von 700 bis 1.000 Metern (2.300 bis 3.280 Fuß) vor Kalifornien. Doch nicht immer muss man in die Tiefsee tauchen: 2011 strandete an einem neuseeländischen Strand eine unbekannte Walart. 2021 klassifizierten Experten sie als neues Mitglied der Schnabelwale – tieftauchende Wale, die nach Angaben der Whale and Dolphin Conservation, einer internationalen Schutzorganisation für Wale und Delfine, selten lebend gesichtet werden.

Bei Landtieren sind wir besser informiert. Afrikanische Busch-Elefanten prägen die Savanne mit ihrer imposanten Silhouette: bis zu 4 Meter Schulterhöhe und 11 Tonnen Gewicht machen sie nach The Nature Conservancy zu den größten lebenden Landtieren. Eine elefantenähnliche Riesenart zu übersehen, scheint unwahrscheinlich.

Forschung an großen Landtieren führt daher oft zu Neuklassifizierungen statt zu völlig neuen Arten. 2017 erkannten Wissenschaftler, dass eine Orang-Utan-Population auf Sumatra eine eigene Art darstellt: die Tapanuli-Orang-Utans (Pongo tapanuliensis), wie Live Science berichtete.

Diese Primaten mit unter 1,5 Metern Körpergröße sind keine Riesen. Physische Belege für Bigfoot, Nessie oder ähnliche Mythen fehlen. Die größten unbekannten Landtiere finden wir in Fossilien: Supermassive Sauropoden-Dinosaurier, die Titanosaurier.

"Wir sprechen von der Fleischmenge von sechs bis sieben ausgewachsenen afrikanischen Elefantenbullen", erklärt Paläontologe Paul Barrett vom Natural History Museum in London gegenüber WordsSideKick.com.

Einige der größten Titanosaurier stammen aus Argentinien und konkurrieren um den Titel des schwersten Landtiers. Argentinosaurus, 1993 entdeckt, maß laut London's Natural History Museum rund 35 Meter und wog bis zu 77 Tonnen. 2014 folgte Patagotitan mayorum mit 60 Tonnen und 37 Metern Länge, berichtete Live Science. 2021 kündigten Forscher eine potenziell noch größere Titanosaurier-Entdeckung an.

Gibt es noch unentdeckte Riesentiere auf der Erde? Aktuelle Forschungsfunde faszinieren

Barrett erwartet weitere Funde: Dank globaler Paläontologie-Aktivitäten steigt die Entdeckungsrate. "Früher konzentrierte sich die Arbeit auf Nordamerika und Europa; heute sucht man weltweit", sagt er.

Trotzdem sind Fossilien rar. Argentinosaurus basiert auf nur einem Dutzend Knochen. "Fossilisierung ist unwahrscheinlich", betont Barrett. Knochen müssen rasch unter Sedimenten begraben werden, ohne Erosion oder Raub.

Für 30-Meter-Sauropoden sind vollständige Fossilien selten. Wissenschaftler sehen keine theoretische Obergrenze für Landtiere. Blaue Blauwhale (Balaenoptera musculus) wiegen bis 150 Tonnen – doch im Wasser entlastet der Auftrieb.

Grenzen durch Schwerkraft und Energiehaushalt existieren. Barrett hält Sprünge in der Größe für unwahrscheinlich, ist aber offen: "Morgen könnte etwas Größeres gefunden werden."