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Neue Studie enthüllt: Königskobra umfasst vier eigenständige Arten

Neue Studie enthüllt: Königskobra umfasst vier eigenständige Arten

Die imposante Königskobra(Ophiophagus hannah), sofort erkennbar an ihrer markanten ausgestellten Haube, gilt als die längste Giftschlange der Welt und erreicht Längen bis zu 4 Metern. Sie bewohnt weite tropische Regionen Asiens, von Indonesien bis Indien. Aktuelle Forschungsergebnisse aus renommierten Instituten wie dem Indian Institute of Science zeigen jedoch: Dieses Reich beherrschen nicht eine, sondern vier eigenständige Arten.

Diese vier Linien – noch offiziell zu benennen – umfassen die Western Ghats-Linie im Südwesten Indiens, die indochinesische Abstammung in Indonesien und Westchina, die indo-malaiische Linie über Indien und Malaysia sowie die Luzon-Linie auf den Philippinen.

„Die Existenz mehrerer Arten ist überraschend, da sie ähnlich aussehen, vergleichbare Habitate nutzen und ähnliches Verhalten zeigen“, erklärt Kartik Shanker, Co-Autor der Studie und Evolutionsökologe am Indian Institute of Science in Bangalore, gegenüberTelegraf Indien. Dennoch zeigen die Populationen in diesem weiten Verbreitungsgebiet physische Unterschiede: Thailändische Exemplare weisen etwa 70 helle, cremefarbene Ringe auf, philippinische hingegen nur wenige stumpfe Markierungen.

Auch Verhaltensunterschiede sind auffällig. Als einzige Schlangenart baut die Königskobra Nester für ihre Eier. Je nach Region variiert die Brutpflege: In manchen Gebieten verlässt das Weibchen die Eier nach der Ablage, anderswo brütet es sie wie ein Vogel aus.

Um genetische Unterschiede zu bestätigen, analysierten Experten wie der Hauptautor P. Gowri Shankar vom Kālinga Center for Rainforest Ecology in Karnataka jahrelang Proben aus tropischen Dschungeln. „Bei Fröschen oder Schildkröten wäre es einfacher gewesen. Die Königskobra ist eine andere Liga“, betonte Shankar gegenüber National Geographic.

Das Team sequenzierte DNA von 62 Exemplaren – aus Schuppen lebender Schlangen, Muskelgewebe von Roadkills und Museumsvorbereitungen. Zunächst mitochondriale Gene, dann Kern-DNA: Die vier Linien erwiesen sich als genetisch getrennt.

„Die Übereinstimmung genetischer Vielfalt mit geografischen Regionen deutet auf isolierte Evolution ohne Genfluss hin“, so Shankar gegenüber Telegraph India. Dies hat weitreichende Implikationen für den Artenschutz.

Die IUCN stuft die Königskobra derzeit als „gefährdet“ ein; die Aufspaltung in vier Arten erfordert eine Neubewertung, meinen die Autoren.

Die Studie erschien im September 2021 inMolecular Phylogenetics and Evolution.