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Faszinierende Mikroskopbilder: Larve der Ameisenkönigin Monomorium triviale wirkt wie außerirdische Puppe

Faszinierende Mikroskopbilder: Larve der Ameisenkönigin Monomorium triviale wirkt wie außerirdische Puppe

Jede Königin braucht eine Krone. Bei der Ameisenkönigin Monomorium triviale sprießt diese förmlich aus ihrem Kopf, Rücken und Bauch hervor – noch während sie als Larve existiert. So bleibt für die Arbeiterameisen kein Zweifel, wer die Herrscherin ist, selbst wenn es sich um ein "Baby" handelt.

Die bernsteinfarbenen Ameisen M. triviale aus China, Japan und Südkorea vermehren sich durch Thelytokie: Die Königinnen legen unbefruchtete Eier, die zu neuen Königinnen werden – Männchen sind nicht erforderlich. Eine Studie vom 3. März in der Fachzeitschrift Zootaxa bestätigt: Bisher wurden keine Männchen identifiziert. Alle bekannten Individuen teilen sich in unfruchtbare Arbeiterinnen und fruchtbare Königinnen ein.

Forscher der Universität Kyoto untersuchten in ihrer Studie die frühen Larvenstadien, um die Unterschiede zwischen beiden Kasten besser zu verstehen. Sie sammelten Nester aus einem Vorort-Dickicht in Kyoto und zogen die unreifen Koloniemitglieder in künstliche Labornester um. Mit hochauflösender Mikroskopie analysierten sie die Larven detailliert.

Im Verlauf der Entwicklung häuteten sich Arbeiterinnen und Königinnen regelmäßig und nahmen bei jeder Häutung neue Formen (Instars) an. Beide Kasten starteten als längliche Kleckse und entwickelten innerhalb weniger Tage nach dem Schlüpfen Mundwerkzeuge sowie stachelige Härchen am Körper.

In der finalen Larvenphase unterschied sich die Königin jedoch markant: Ihr Körper wurde nahezu haarlos, stattdessen wuchsen 37 türknaufartige Tuberkel über die gesamte Länge – ein Anblick wie eine außerirdische Plüschpuppe oder ein Panic Pete-Quetschspielzeug aus einem Paralleluniversum.

Die Tuberkel bestehen aus verdickter Haut und Chitin, doppelt so dick wie der Rest des Körpers, ohne Muskeln, Gänge oder Spezialstrukturen. Ihre Funktion bleibt rätselhaft. Die Studie verweist auf eine Arbeit von 1976: Sie könnten Stütze bieten, Haftung an Nestwänden ermöglichen, vor Kannibalismus schützen oder bei der Nahrungsaufnahme und -verteilung helfen.

„Die Funktion der königinnenspezifischen Tuberkel bei M. triviale-Larven ist derzeit unklar“, schreiben die Autoren. „Verhaltensstudien zu Interaktionen zwischen Arbeiterinnen und Königinnenlarven werden die Rolle der Larven in Ameisengesellschaften klären.“

Optik täuscht nicht: Die Larvenköniginnen überzeugen durch ihr Erscheinungsbild. Nun gilt es, ihren Zweck zu entschlüsseln.