DeuAq.com >> Leben >  >> Tiere & Insekten

Schildkrötenvermehrung: So entstehen Babys – Paarung, Eiablage und Schlupf

Schildkröten und Landschildkröten faszinieren durch ihre einzigartigen Fortpflanzungsrituale. Als erfahrene Herpetologen und Tierpfleger teilen wir fundiertes Wissen: So bekommen Schildkröten Babys.

Wie paaren sich Schildkröten?

In ihrem Standardwerk Turtles and Tortoises: A Complete Pet Owner’s Manual beschreiben die Herpetologen Richard Bartlett und Patricia P. Bartlett, dass Rotwangen-Schmuckschildkröten – die häufigste Haustierart – sich mit anderen aquatischen Schildkröten im Wasser paaren. Die Rituale variieren je Art, finden aber im Frühling, Sommer und Herbst bei Wassertemperaturen von 10 bis 25 Grad Celsius statt.

Das Balzverhalten startet, wenn das Männchen dem Weibchen folgt und es von Angesicht zu Angesicht anschwimmt. Es streichelt Gesicht und Hals mit den Vorderklauen; ein empfängliches Weibchen erwidert dies. Nach mehrmaligem Wiederholen signalisiert das Weibchen Bereitschaft, indem es taucht.

Landschildkröten paaren sich an Land, oft intensiver: Männchen beißen oder knabbern am Kopf, Hals oder Panzer des Weibchens, um es zu fixieren. Die Kopulation kann mit Panzerschlägen, Kopfnicken, Quietschen oder Grunzen einhergehen.

Drei bis sechs Wochen nach der Paarung legt das Weibchen das erste Gelege. Viele Arten bauen zuvor ein Nest an Land: In der Trächtigkeit verbringt es mehr Zeit am Ufer, sucht sandigen oder feuchten, sonnigen Boden. Bei zu warmer Witterung wartet es Tage oder Wochen ab.

Mit den Hinterbeinen gräbt es ein Nest, legt die Eier und deckt sie zu. Größere Weibchen produzieren mehr und größere Eier. Danach endet die mütterliche Pflege weitgehend.

„Die meisten Weibchen sind innerhalb weniger Stunden fertig“, erklärt Prof. Fred Janzen vom Department of Ecology, Evolution, and Organismal Biology an der Iowa State University. „Danach gibt es kaum elterliche Fürsorge – im Gegensatz zu Vögeln oder Krokodilen.“

Weibchen speichern Spermien im Eileiter bis zu drei Jahre und legen daraus mehrere Gelege – ein Gelege kann verschiedene Väter haben. Viele Arten legen jährlich mehrmals Eier.

Die Inkubation dauert 45 bis 75 Tage, abhängig von der Eitemperatur: Wärme beschleunigt, Kälte verzögert. Jungtiere schlüpfen mit dem Eizahn, der bald abfällt.

Beim Schlupf entrollt sich das Jungtier mit Dottersack am Plastron – ähnlich einer Plazenta, die Nährstoffe liefert und resorbiert wird.

Zucht von Schildkröten in Gefangenschaft

Weibchen legen auch ohne Männchen Eier (unbefruchtet), was zu Komplikationen wie Eierstau oder Kalziummangel führen kann. Symptome: Appetitlosigkeit, Lethargie, geschwollene Augen, Schwimmprobleme. Sorgen Sie für ausgewogene Ernährung, UV-Licht und Supplements.

In Gefangenschaft erfordert Zucht oft Eingriffe. Sie ist für Fortgeschrittene: Hobbyzüchter kooperieren mit Naturschutzorganisationen bei bedrohten Arten. Lassen Sie dies Experten über, die rechtliche, gesundheitliche und artenspezifische Aspekte kennen.