Von T. J. Dunn, Jr., DVM
Dienstag, 15. September 2009
Fachtierärzte bilden einen unverzichtbaren Pfeiler der Tiergesundheitsversorgung. Vor 35 Jahren gab es nur 389 Tierärzte, die sich ethisch als Facharzt qualifizieren durften. Diese Experten, verteilt auf vier Fachgremien, hatten strenge Zertifizierungsprüfungen nach intensiver Weiterbildung absolviert und gehörten so zu einer Elite von engagierten Tierärzten.
Heute zählt das American Board of Veterinary Specialties 20 Fachgremien mit 6.921 zertifizierten Veterinärspezialisten. Diese Entwicklung unterstreicht den Antrieb des Berufsstands, höchste Standards zu wahren und innovative Therapien für Tierkrankheiten zu entwickeln. (Laut American Veterinary Medical Association gibt es in den USA über 65.000 zugelassene Tierärzte.)
Als Allgemeintierarzt mit jahrzehntelanger Praxis rufe ich bei komplexen Fällen, nach umfassender Anamnese, Untersuchung, Röntgenbildern, Blut- und Urintests, einen Spezialisten hinzu, wenn die Diagnose unklar bleibt.
Selten diagnostizierte Erkrankungen wie sekundärer renalen Hyperparathyreoidismus, diskoider Lupus erythematodes, fibrokartilaginäre ischämische Nekrose oder lymphozytär-plasmazyäre Enteritis erfordern oft spezialisierte Techniken und Instrumente.
Hundebesitzern sei klar: Der Titel "Spezialist" hat eine präzise Bedeutung. Seien Sie skeptisch, wenn ein Tierarzt sich auf Hautprobleme, Ausstellungshunde oder Rückenerkrankungen "spezialisiert" nennt, ohne offizielle Zertifizierung.
Es ist unethisch, sich ohne Aufnahme in ein anerkanntes Fachgremium als Spezialist zu bezeichnen. Nur zertifizierte Tierärzte dürfen diesen Titel führen.
Die Zertifizierung ist anspruchsvoll. Um Diplomate des American College of Veterinary Dermatology zu werden, muss ein Tierarzt folgendes meistern:
- Mindestens einjähriges Praktikum in Kleintierchirurgie und -medizin, in Praxis oder Universitätsklinik.
- Zwei- bis dreijährige Facharztausbildung in Dermatologie an einer Veterinärmedizinischen Hochschule, umfassend Hauterkrankungen bei Hunden, Katzen, Pferden, Nutztieren, Exoten, Zoo- und Wildtieren, Vögeln, Reptilien und sogar ausgewählten humanmedizinischen Fällen.
Zur finalen Zertifizierung muss der Kandidat:
- Eine Mindestanzahl vielfältiger Fälle bearbeiten.
- Ein Forschungsprojekt zu Hauterkrankungen durchführen, das das Fachwissen vorantreibt.
- Die Ergebnisse in einer peer-reviewed Fachzeitschrift publizieren.
- Strenge Prüfungen in allen Bereichen der Veterinärdermatologie bestehen.
Dieser Prozess ist ebenso rigoros für Spezialisten in Augenheilkunde, Chirurgie, Radiologie, Pathologie, Ernährung, Kardiologie oder den 20 anderen Fachrichtungen. Fordern Sie bei Bedarf die Diplomschrift des American College of Veterinary (Specialty) an.
Ein Hausarzt darf ein "besonderes Interesse" oder eine "beschränkte Praxis" angeben, ist aber ohne Zertifizierung kein Facharzt.
Das Wachstum der Spezialisten wird durch fordernde Tierbesitzer angetrieben, die Top-Expertise erwarten. Moderne Technik erfordert hochqualifizierte Diagnostiker für präzise Therapien.
Eine genaue Diagnose ist Voraussetzung für erfolgreiche Behandlung. Spezialisten sind heute leichter erreichbar.
Wie Spezialisten den Hausarzt unterstützen
Ein eindrucksvolles Beispiel ist Spanky, ein siebenjähriger Labrador Retriever, der an der Veterinary Specialists of South Florida (VSSF) in Cooper City, Florida, behandelt wurde. Der zertifizierte Neurolge James Cook, DVM, diagnostizierte per Kontrast-Röntgen eine lumbale Bandscheibenmasse. Der Pathologe identifizierte den Tumor als seltenes Plasmozytom.
Onkologin Stephanie Correa, DVM, schloss Metastasen nach Knochenmark, Thorax-Röntgen und Plasmaelektrophorese aus. Radioonkologe Ronald Burk, DVM, leitete eine fünfwochige Strahlentherapie. Spanky lebt sieben Monate postoperativ gesund.
Mein eigener Pudel Cissy litt unter zunehmenden Kopfschmerzen, Desorientierung und Apathie. Trotz umfassender Untersuchung war die Ursache unklar. Ein Radiologiespezialist nutzte CT und Bildgebungstools, um kranielle Knochendeformitäten zu finden, die den Liquorfluss blockierten. Nach Therapie war Cissy rasch wieder fit.
Ohne diesen Experten hätte selbst meine 32-jährige Erfahrung mit Tausenden Patienten nicht gereicht.
Hundebesitzer: Sprechen Sie offen mit Ihrem Tierarzt, fordern Sie klare Antworten und holen Sie bei Bedarf einen Spezialisten. Ich schätze diese Unterstützung täglich.