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Impfreaktionen bei Hunden: Professioneller Umgang mit anaphylaktischen Reaktionen

Impfreaktionen sind beunruhigende Ereignisse, die Tierbesitzer, Patienten und Tierärzte gleichermaßen betreffen. Als erfahrene Tierärzte kennen wir diese Herausforderungen und möchten Ihnen hierfund zeigen, wie wir sie sicher handhaben.

Ein typisches Beispiel: Ein dreijähriger Dackel erhielt einen Tollwutimpfstoff eines renommierten Herstellers, subkutan appliziert wie empfohlen. Zwölf Monate zuvor war der Hund mit einem multivalenten Impfstoff (gegen Staupe, Hepatitis, Parainfluenza, Corona und Parvovirus) geimpft worden, was eine leichte Reaktion auslöste. Die genaue Ursache blieb unbekannt.

Die Besitzer waren vorab umfassend über mögliche Reaktionen aufgeklärt und entschieden sich bewusst nur für den Tollwutimpfstoff, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und das Risiko einer Infektion durch Wildtiere in der Region zu minimieren. Die Impfung erfolgte nach ausführlicher Abwägung von Nutzen und Risiken.

Zwei Stunden später kehrte der Hund mit starkem Juckreiz, Kopfschütteln und Quaddeln im Gesicht und am Kopf zurück. Diese urtikariellen Hautausschläge – gerundete, geschwollene, erhabene Hautareale – deuten auf eine allergische Lokalreaktion hin. Nesselsucht entsteht durch Histaminfreisetzung aus Mastzellen: Flüssigkeit tritt aus Blutgefäßen ins Gewebe aus und reizt Nervenenden, was Juckreiz verursacht. Der Hund atmete normal, fühlte sich jedoch unwohl. Die meisten Impfreaktionen bei Hunden beschränken sich glücklicherweise auf die Haut.

Selten schwellen Trachea, Kehlkopf oder Bronchien an, was zu verengten Atemwegen, Spasmen und lebensbedrohlicher Atemnot führen kann.

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Impfreaktionen bei Hunden: Professioneller Umgang mit anaphylaktischen Reaktionen

Behandlung von Impfreaktionen

Bei harmlosen, hautbeschränkten Reaktionen wirken Antihistaminika und Kortison schnell und zuverlässig. In schweren Fällen mit akuter Bedrohung verabreicht der Tierarzt Epinephrin.

Schockzustände – mit Bradykardie, Hypotonie, Schwäche, Kollaps, blassen Schleimhäuten und grauer Zunge – sind hochgefährlich und treten meist unmittelbar nach der Impfung auf. Unser geschultes Team stabilisiert dann mit IV-Flüssigkeiten, Epinephrin und Kortison. Meist klingen Symptome rasch ab.

Auffrischungsimpfung

Eine erneute Impfung mit denselben Antigenen kann drei Szenarien ergeben:

  1. Keine Reaktion; Immunität wird gestärkt.
  2. Ähnliche Reaktion wie zuvor.
  3. Schwerwiegendere, potenziell tödliche Reaktion.

Abwägen Sie Risiken und Nutzen immer mit Ihrem Tierarzt. Bei Reaktionen kann eine erneute Impfung gefährlich sein. Bei gesetzlich vorgeschriebener Tollwutimpfung lassen Sie eine Attestierung der Allergierisiken auf Klinikbriefkopf erstellen.