Behind jedem Hund oder jeder Katze, die ins Tierheim kommt, steckt eine herzzerreißende Geschichte. Noch schmerzlicher: Viele Besitzer kennen die vielfältigen Hilfsangebote nicht, die es ihnen ermöglichen würden, ihr Haustier zu behalten.
Die meisten Haustiere enden durch keine Schuld ihrer eigenen in Tierheimen. „Haustiere landen dort, weil Menschen mit Herausforderungen kämpfen“, erklärt Inga Fricke, Direktorin von Keeping Pets in Homes bei der Humane Society of the United States (HSUS) in Washington, D.C. „Es geht den Leuten nicht um Gleichgültigkeit – sie lieben ihre Tiere genauso innig wie jeder andere.“
Wohnungskrise und mehr
Tierrettungsorganisationen bieten zunehmend maßgeschneiderte Lösungen, um Haustierhaltern zu helfen, Hunde, Katzen und andere Tiere zu Hause zu behalten. Dazu gehören kostenlose oder günstige Beratungen durch Verhaltensexperten, Futterspenden oder temporäre Pflegestellen, betont Fricke.
Haustiere präventiv aus Tierheimen fernzuhalten, rettet Leben. Die HSUS schätzte 2014 folgende Zahlen:
- 3.500 stationäre Tierheime in den USA
- 10.000 Rettungsgruppen und Tierheime in Nordamerika
- Jedes Jahr 6 bis 8 Millionen Hunde und Katzen in Tierheimen
- Jedes Jahr 4 Millionen Adaptionen aus Tierheimen
- Jedes Jahr 3 Millionen Einschläferungen
- Davon hätten ca. 2,4 Millionen (80 %) adoptierbar oder behandelbar gewesen sein können
Deshalb setzt die HSUS auf Programme, die Haustiere in ihren Familien halten. Kleinere Rettungsgruppen leiten oft an größere Organisationen weiter, da sie selbst begrenzte Ressourcen haben.
Der Schlüssel liegt in der Kommunikation: „Viele wissen schlicht nicht, was verfügbar ist“, sagt Mick McAuliffe, Animal Services Manager bei der Animal Rescue League of Iowa (ARL) in Des Moines.
Häufige Probleme und smarte Lösungen
Hier die Top-Gründe für Abgaben – und wie Sie sie vermeiden können.
Verhaltensprobleme
Aggression bei Hunden oder Missbrauch des Katzenklos sind häufige Auslöser. Oft wird erst gehandelt, wenn es eskaliert, warnt McAuliffe. Viele Organisationen bieten Tipps, Schulungen oder Expertenhilfe an.
ARL hat einen kostenlosen Online-Verhaltensassistenten gestartet, ergänzt durch eine Hotline für Central Iowa, persönliche Beratungen und Gruppentrainings.
Finanzielle Belastungen
Krankheiten machen Haustierpflege teuer. Die HSUS listet auf ihrer Website nationale Hilfsorganisationen, z. B. den Big Hearts Fund für Herzkranke Tiere oder Unterstützung bei Krebs und Senioren-Haustieren. Jede hat eigene Kriterien.
Wohnungsprobleme
Mietverbote zwingen manche zur Abgabe. HSUS’ Programm „Pets for People“ kooperiert mit Vermietern für tierfreundliche Regeln. 72 % der Mieter haben Haustiere – das erweitert den Mieterpool. Lokale Gruppen listen oft pet-friendly Wohnungen.
Hilfe für benachteiligte Communities
In ärmeren Vierteln fehlen oft Finanzen und Transport. „Diese Gebiete wurden lange vernachlässigt“, sagt Fricke. HSUS’ „Pets for Life“ verbindet Bewohner mit Kastration, Notfallhilfe, Impfungen und Futter – und reduziert Abgaben spürbar.
So unterstützen Sie Betroffene
Freunde und Familie können entscheidend helfen, z. B. bei Transport oder Nachlassplanung. Erkunden Sie lokale Angebote wie Futterbanken oder günstige Trainer.
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