Von Diana Bocco
Ähnlich wie ihre menschlichen Gefährten erkennen ältere Hunde ihre Grenzen oft nicht, erklärt Dr. Travis Atkins, DVM, Notfalltierarzt und Mitbegründer von SquarePet Nutrition. „Zum Beispiel war das erste ‚Kind‘ meiner Frau und meines ersten ‚Kindes‘ ein Boston Terrier namens Harley, der sich als Welpe mühelos vom Boden ins Bett sprang und zurück“, beschreibt Dr. Atkins. „Doch nach einem Jahrzehnt endeten solche Sprünge oft mit harten Landungen gegen die Wand, weil er die Höhe nicht mehr schaffte.“
Wenn Ihr älterer Hund weiterhin wie ein Welpe springt, drohen Schmerzen oder Verletzungen. „Rampen, Treppen oder stabile Hilfsmittel sind für gefährdete Hunde essenziell“, betont Dr. Atkins.
Falls das Ihnen bekannt vorkommt, lohnt ein Blick auf Hunderampen und Haustiertreppen. Hier eine fundierte Übersicht zur Auswahl der passenden Variante.
Wann sind Hunderampen oder Haustiertreppen notwendig?
Laut Dr. Atkins ist eine Rampe sinnvoll, wenn Ihr Hund Schwierigkeiten hat, wie früher auf Möbel oder ins Auto zu springen, oder nach dem Sprung unwohl wirkt – etwa keuchend, jaulend oder unruhig. Dasselbe gilt bei Zögern vor dem Sprung, übermäßigem ‚Aufbäumen‘, Verletzungen oder Behinderungen, die erneute Schäden riskieren.
Colleen Demling, Hundeverhaltensforscherin und zertifizierte Profi-Trainerin bei Dogtopia, empfiehlt Rampen für große Rassen wie Deutsche Doggen, Berner Sennenhunde, Labradore oder Golden Retriever – aufgrund ihres hohen Risikos für Gelenkprobleme.
Neurologe Dr. Jay McDonnell, DACVIM, rät Welpen mit neurologischen Erkrankungen oder Arthritis zu Rampen: „Viele fehlt die Kraft in den Hinterbeinen für Autos oder Lkw.“ Er behandelt regelmäßig Tiere mit Mobilitätseinschränkungen. Hunde mit Amputationen oder chronischen Gelenkproblemen profitieren ebenfalls: „Rampen erleichtern den Zugang und verhindern Stürze, die Rückgrat oder Gelenke schädigen könnten – auch beim Herunterspringen.“
Bei großen Hunden, die Sie nicht heben können, trainieren Sie den Rampengebrauch. Faltbare Treppen für Große lassen sich im Auto verstauen und sind immer einsatzbereit.
„Täglich unbenötigt, aber im Notfall unverzichtbar – etwa bei plötzlichen Verletzungen“, fügt Demling hinzu.
Hunderampen vs. Haustiertreppen
Die Wahl hängt von Bedarf und Vorlieben ab, sagt Demling. Für kleine Hunde auf Couch oder Bett reichen beide. „Treppen sparen Platz und sind günstiger – ideal für enge Räume.“ Faltbare Modelle verschwinden unter dem Bett oder Sofa und passen zu jedem Möbel.
Rampen eignen sich besser für große Hunde, brauchen aber Platz. Wählen Sie leichte, handhabbare Modelle: „Perfekt für den Hund, aber unbrauchbar, wenn Sie sie nicht ins Auto bekommen.“ Achten Sie auf Länge, Breite und Neigung (ideal 18–20 Grad), damit der Hund sie nutzt.
Auswahl der richtigen Option für Ihr Haustier
Der Markt bietet Vielfalt – Materialien, Stärken, Features. Demling rät: Gewichtskapazität passend zum Hund, aber leicht für Sie. Berücksichtigen Sie Zweck (Auto, Bett), Größe, Alter, Fähigkeiten Ihres Hundes und Ihre eigenen, sowie Portabilität und Design, empfiehlt Dr. Atkins.
Unverzichtbar: rutschfeste Oberfläche mit Latten zur Stabilisierung, einrastende Mechanismen und rutschfeste Füße, warnt Demling. „Die Rampe darf nicht rutschen oder kippen.“
Ein paar Worte der Vorsicht
Positionieren Sie die Rampe so, dass Ihr Hund sie auch nachts findet. „Ältere Tiere verlieren Orientierung und Sehkraft“, mahnt Dr. Atkins. Testen Sie den sicheren Gebrauch – auch selbstständig.