Warum bellen manche Hunde mehr als andere? Vielleicht bellt der Hund Ihres Nachbarn ununterbrochen, wenn er allein ist, oder Ihr eigener Hund reagiert auf jede Brise, jeden Schatten oder jedes Flüstern. Andere Hunde hingegen geben kaum einen Laut von sich.
Sie lieben Ihren Hund über alles, doch übermäßiges Bellen kann anstrengend werden. Niemand möchte mitten in der Nacht vom Gebell geweckt werden – besonders wenn kein ersichtlicher Grund vorliegt.
Was verursacht dieses Verhalten? Als erfahrene Tierverhaltensexperten und Tierärzte identifizieren wir drei Hauptfaktoren, die zu vermehrtem Bellen beitragen.
Genetik und rassespezifische Merkmale
Genetik und Zucht spielen eine entscheidende Rolle bei der Bellneigung von Hunden.
Laut Dr. Stefanie Schwartz, einer diplomierten Verhaltenstierärztin aus Orange County, Kalifornien, variiert das Bellen stark zwischen Rassen – abhängig von der historischen Zucht.
„Bei manchen Rassen wurde das Bellen gezielt selektiert“, erklärt Dr. Schwartz. „Unsere Vorfahren förderten diese Eigenschaft, um Siedlungen zu schützen.“
Nicht jede bellfreudige Rasse ist immer laut: Terrier neigen dazu, doch nicht alle bellen übermäßig. Huskies und nordische Rassen heulen häufiger, während Basenjis gar nicht bellen, betont Dr. Schwartz.
Umweltfaktoren
Hunde passen sich ihrer Umgebung an und reagieren sensibel auf ungewohnte Geräusche wie ein Klopfen an der Tür.
Ein in der Stadt aufgewachsener Hund ignoriert Sirenen als Hintergrundlärm, während ein ländlicher Hund bei jedem Ton anspringt.
„Stadthunde gewöhnen sich an Chaos, Landhunde leben in Ruhe und alarmieren schneller“, so Dr. Schwartz.
Unbeabsichtigte Belohnung von Bellen
„Manche Hunde lernen rasseunabhängig, durch Bellen Aufmerksamkeit zu erregen“, sagt Dr. Schwartz. „Es signalisiert: „Meine Bedürfnisse sind nicht erfüllt.““
„Bellen wird belohnt, wenn es funktioniert“, ergänzt Dr. Katie Malehorn, Tierärztin am Friendship Hospital for Animals in Washington, D.C. Hunde wiederholen belohnte Verhalten.
Viele Besitzer reagieren versehentlich mit Aufmerksamkeit auf Bellen, wie Khara Schuetzner, zertifizierte Hundetrainerin aus Shawnee, Oklahoma, betont.
Dr. Schwartz nennt ein Beispiel: Eine Besitzerin gab bei jedem Bellen ein Leckerli – und verstärkte das Verhalten so.
So reduzieren Sie übermäßiges Bellen
Finden Sie die Ursache: Identifizieren Sie Auslöser.
Arbeiten Sie mit Trainer, Tierarzt oder Verhaltensspezialisten zusammen, um alternative Verhaltensweisen zu trainieren, rät Dr. Schwartz.
Geduld ist entscheidend, warnt Dr. Malehorn. Viele warten zu lange – dann braucht es konsequentes Training.
Von: Teresa K. Traverse