Von Jessica Remitz
Viele Tierbesitzer sehen in herzhaften Mahlzeiten, Essensresten und Leckereien ein Zeichen ihrer Zuneigung. Doch Überfütterung führt bei Katzen und Hunden zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen, die Lebensqualität und -dauer mindern können. Erfahren Sie, warum Fettleibigkeit ein Risiko darstellt und wie Sie Ihr Haustier schlank, vital und glücklich halten – ganz ohne Extra-Portionen.
Die Risiken der Überfütterung
Genau wie beim Menschen braucht auch Ihr Tier eine ausgewogene Zufuhr an Vitaminen, Nährstoffen und Mineralien für eine optimale Funktion des Körpers. Eine unausgewogene Ernährung kann zu Problemen wie Knochenfehlbildungen durch Kalzium- oder Phosphormangel oder Herzkrankheiten durch Taurinmangel führen, erklärt Sarah Carter, DVM an der MSPCA-Angell-Shalit-Glaser-Klinik. Wichtig ist die richtige Futtermenge – Überfütterung birgt jedoch das Risiko der Fettleibigkeit, die schwer zu bekämpfen ist.
"Ein fettleibiges Tier ist kein gesundes Tier. Es hat oft weniger Energie und kämpft mit Alltagsbewegungen wie Spaziergängen oder Treppensteigen", betont Dr. Carter. "Katzen und Hunde, die agil laufen und springen können, sind glücklicher und weisen bessere körperliche sowie geistige Gesundheit auf."
Bei Katzen kann Fettleibigkeit zu Diabetes, Arthritis, entzündlichen Erkrankungen und sogar Leberversagen führen. Orthopädische und neurologische Probleme sind bei übergewichtigen Tieren schwieriger zu therapieren. Eine Bandscheibenvorwölbung oder ein Bruch heilt langsamer, wenn überschüssiges Gewicht die Mobilität behindert, ergänzt Dr. Carter. Besonders betroffen sind Tiere mit wenig Bewegung und hoher Kalorienaufnahme – unabhängig von Rasse sind viele Haustiere aktuell übergewichtig.
So unterstützen Sie Ihr übergewichtiges Haustier
Der Schlüssel zu einem gesunden Gewicht liegt in einer kalorienangepassten, ausgewogenen Ernährung, passend zu Rasse, Alter und Körperbau. Besprechen Sie die individuellen Bedürfnisse immer mit Ihrem Tierarzt. Dr. Carter empfiehlt folgende Maßnahmen, um Gesundheit zu fördern und Gewicht zu reduzieren:
- Prüfen Sie Futteretiketten: Futter, das als "ausgewogen für die Erhaltung erwachsener Tiere" gekennzeichnet ist, hat weniger Kalorien als Wachstums-, Trächtigen- oder Säugefuttermittel. "Für adulte, nicht trächtige Tiere wählen Sie ausschließlich Erhaltungsfutter", rät Dr. Carter.
- Mindern Sie Leckereien und Reste: Reduzieren Sie Menge und Häufigkeit. Brechen Sie Lieblingsleckerlis in kleine Stücke und verteilen Sie sie über den Tag.
- Steigern Sie die Aktivität: Längere Spaziergänge, Treppen vor das Katzenfutter oder interaktives Spielzeug regen zur Bewegung an. "Übergewichtige Tiere sind oft nicht die Sportlichsten – erhöhen Sie die Aktivität schrittweise", warnt Dr. Carter.
- Überwachen Sie das Gewicht: Wiegen Sie regelmäßig und lernen Sie von Ihrem Tierarzt die Bewertung der Körperkondition, um Über- oder Untergewicht früh zu erkennen.
- Passen Sie nach Kastration an: Kastrations- oder Sterilisationstiere benötigen weniger Kalorien – klären Sie dies mit dem Tierarzt.
Plötzliche Kalorienreduktion kann Mangelerscheinungen oder bei Katzen Leberversagen auslösen. Arbeiten Sie eng mit Ihrem Tierarzt zusammen, um einen sicheren Plan zu erstellen.
"Verschreibungspflichtige Diätfuttermittel reduzieren Kalorien, ohne Nährstoffe zu vernachlässigen. Sie sind beim Tierarzt erhältlich und lassen sich optimal überwachen", erklärt Dr. Carter.
Liebe zeigen heißt, ausgewogen zu füttern. Statt Essen Ihr Tier mit Spielen, Spaziergängen, interaktivem Spielzeug und Zeit zu beschenken.
"Füttern und ignorieren lässt Tiere einsam fühlen. Sie sehnen sich nach Ihrer Aufmerksamkeit, nicht nur nach Futter", fasst Dr. Carter zusammen.
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