Hat meine Katze ein Verhaltensproblem oder steckt mehr dahinter?
Von Jessica Remitz
Als Katzenbesitzer kennen Sie die individuellen Macken Ihrer Fellnase – sei es das heimliche Türöffnen bei Nacht oder das spielerische Angreifen von Zehen. Doch wann deuten ungewöhnliche Verhaltensweisen auf ernsthafte Gesundheitsprobleme hin? Tieräztin Dr. Susan O'Bell vom Angell Animal Medical Center in Boston, Massachusetts, erklärt, wie Katzen Schmerzen verbergen, welche häufigen Erkrankungen sie plagen und wie Sie Ihrer Katze rechtzeitig helfen können.
Wie Katzen Unbehagen verbergen
„Ob Katzen ihre Schmerzen verbergen oder nicht, hängt vom Problem ab“, betont Dr. O'Bell. Besonders bei unbehandelten Harnwegsinfektionen zeigen sich Symptome subtil: von mehrmaligem Klo-Besuch und leichtem Unwohlsein bis hin zu lebensbedrohlicher Blockade. Oft lassen Katzen nur außerhalb des Klos tropfen, lecken im Genitalbereich, erbrechen oder wirken extrem lethargisch.
Bei manchen Katzen bleiben aüßerliche Anzeichen lange aus – bis Gewichtsverlust oder Appetitmangel auffällt, was bei Mehrkatzenhaushalten oder übermäßigen Fressern schwer zu bemerken ist. „Der Instinkt, Schwäche zu verbergen, stammt von ihren Großkatzen-Vorfahren“, erklärt Dr. O'Bell. Eine ihrer eigenen Katzen litt monatelang unbemerkt unter einer schweren Magen-Darm-Erkrankung.
Weitere Warnsignale: anhängliches Verhalten, Verstecken, vermehrtes Miauen, Aggression, Erbrechen oder veränderte Haltung. Ihr Tierarzt braucht eine detaillierte Anamnese, Verhaltensbeschreibung und Untersuchungen wie Bluttests, um die Ursache zu finden.
Häufige Katzenkrankheiten
Gewichtsveränderungen und Zahnprobleme sind laut Dr. O'Bell die wichtigsten zu überwachenden Risiken. Regelmäßiges Zahnputzen oder Kontrolle hilft, Infektionen früh zu erkennen. Fettleibigkeit ist eine Katzenepidemie: Sie erhöht das Diabetes-Risiko und belastet Gelenke, Leber sowie Nieren. Drastischer Gewichtsverlust erfordert sofort Blut-, Biochemie- und Urintests.
Auch Arthritis und Hyperthyreose werden oft übersehen. Katzen zögern beim Springen, pflegen sich schlechter oder machen außerhalb des Klos – alles Anzeichen von Gelenkproblemen. Hyperthyreose täuscht mit gutem Appetit und Energie vor, maskiert aber Nierenschäden. Chronische Nierenerkrankungen kompensieren Katzen lange durch mehr Trinken, bis Symptome explodieren.
So helfen Sie Ihrer Katze
Früherkennung ist entscheidend. Bei Nierenerkrankungen verlängert spezielles Futter die Lebensdauer und verhindert Dehydration. Katzen sind schwierige Patienten, doch moderne Diagnostik und Therapien – von Tabletten über Gels bis Injektionen – bieten Lösungen.
Probieren Sie Medikamentenformen und Diätfutter aus, bis es passt. Manchmal reicht eine zweite Katzentoilette; bei Bedarf stabilisieren Medikamente das Verhalten. Präventiv: Jährliche Checks, ausgewogene Fütterung, sauberes Klo und frisches Wasser an mehreren Stellen.
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