Von Rachel Semigran
Katzen gelten als wählerisch, wenn es um Gesellschaft geht – doch Katzenbesitzer wissen: Sie sind hochsozial, ob es passt oder nicht. Ihre Zuneigung ist meist herzerwärmend, kann aber beim Kochen lästig werden. Katzen lieben Küchentheken fast so sehr wie Sonnenflecken oder das Öffnen einer Dosenbox.
So süß ihre Motive auch sind – ob Kuscheln beim Backen oder Spielen mit Alufolie –, eine Katze auf der Theke ist unhygienisch und kann gefährlich sein. Sorgen um die Vorliebe Ihrer Katze? Hier finden Sie Lösungen.
Warum lieben Katzen die Küchentheke?
Eine Studie der Cornell University zu unerwünschtem Katzenverhalten zeigt: Katzen suchen instinktiv hohe Ruhepunkte.
"Sie kennen den Spruch 'Neugier hat die Katze getötet'?", erklärt Dr. Aimee Simpson, ärztliche Direktorin des VCA Cat Hospital of Philadelphia. "Katzen sind geborene Entdecker. In der Wildnis klettern sie hoch, um Territorium zu sichern, Beute zu erspähen und Feinde zu meiden."
Dr. Simpson betont: Katzen haben starke Hinterbeinmuskeln für Sprünge, eine flexible Wirbelsäule und stoßdämpfende Bandscheiben für sanfte Landungen. So huschen sie unbemerkt hoch – in nur 150 ms.
Das erklärt, warum Ihre Katze beim Umdrehen schon im Basilikum steckt. Verlockend sind auch Futterreste, die die Jagdinstinkte wecken. Räumen Sie Krümel weg, lagern Sie Giftiges wie Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade, Ethanol oder Brotteig sicher.
Wann ist Theken-Springen besorgniserregend?
Hohe Plätze sind normal, doch Küchentheken bergen Risiken: Scharfe Gegenstände, heiße Bleche. Übermäßiger Durst an Hähnen kann auf Diabetes, Hyperthyreose oder Nierenprobleme hindeuten, warnt Dr. Simpson.
Katze trainieren: So geht's
"Früh trainieren ist ideal, aber nie zu spät", rät Dr. Simpson. Geduld und Tools helfen. Bei Fresssucht: Futterpuzzles (DIY oder gekauft) wecken Jagdinstinkte.
Neugierige Katzen brauchen Alternativen: Kratzbäume, Regale oder Laufleisten nahe Fenstern bieten Ausblick.
Falls das nicht reicht: Machen Sie die Theke unattraktiv – mit Klebeband, Alufolie, Statik-Sprays, Geräuschemissionen oder Zitronenspray. Nach wenigen Versuchen lernt die Katze, es zu meiden.
Positive Verstärkung ist entscheidend: Belohnen Sie Sprünge auf Stuhl oder Baum mit Leckerlis oder Streicheln – nie verscheuchen mit Händen oder Sprühflasche.
Fällt Training schwer? Machen Sie die Theke sicher: Keine Gefahrenobjekte, desinfizieren vor/nach Kochen. Keine Katzenhaare im Essen!
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