Von Jennifer Coates, DVM
Katzen werden immer älter – im Durchschnitt ein ganzes Jahr länger als 2002. Das ist ein Grund zum Feiern, unterstreicht aber auch die wachsende Bedeutung von Gesundheitsproblemen bei Senioren-Katzen. Chronische Nierenerkrankungen (CNE) gewinnen an Relevanz. Während die frühe Therapie und angepasste Ernährung bei CNE weithin bekannt sind, wird oft übersehen, dass sich die Ernährungsbedürfnisse mit fortschreitender Erkrankung ändern.
Benötigen Katzen mit Nierenerkrankung spezielles Futter?
Phosphorrestriktion ist für Katzen mit CNE essenziell. Phosphor wird normalerweise über den Urin ausgeschieden, doch bei eingeschränkter Nierenfunktion steigen die Blutwerte. Der effektivste Weg, Phosphat niedrig zu halten: Die Aufnahme über die Nahrung begrenzen.
Im Frühstadium reicht oft eine moderate Reduktion. Bei fortgeschrittenen Fällen sind drastisch niedrigere Mengen oder phosphor-bindende Medikamente im Darm notwendig.
Der Proteinanteil ist komplexer: Zu viel Protein schadet, oft wegen des hohen Phosphorgehalts in proteinreichen Futtermitteln. Nierenfutter muss höchste Proteinqualität bieten, damit die Katze maximal profitiert – bei minimaler Belastung der Nieren.
Das Energieniveau (Kaloriendichte) muss zum Bedarf passen. Nimmt die Katze mit Nierendiät ab, ist das Futter ungeeignet – unabhängig von guten Laborwerten. Oft hilft ein Wechsel der Marke oder Sorte.
Die meisten Tierärzte raten zu Dosenfutter bei CNE, da es wasserreicher ist und Dehydrierung vorbeugt – ein häufiges Problem. Dosenfutter ist jedoch kalorienärmer als Trockenfutter. Bei Gewichtsverlust kann Trockenfutter sinnvoll sein, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
1. Die Katze nimmt mehr Kalorien auf.
2. Der Besitzer steigert die subkutane Flüssigkeitsgabe, um den Wasserverlust auszugleichen.
Bei jeder Kontrolle Ihrer Katze mit CNE sollte die Ernährung geprüft werden. Sprechen Sie Ihren Tierarzt an, ob Untersuchung und Laborwerte eine Anpassung empfehlen.
* Banfield Pet Hospital State of Pet Health Report 2013