Von Diana Bocco
Im Allgemeinen ist Miauen bei Katzen harmlos. "Einige Rassen wie Siamkatzen miauen einfach mehr als andere", erklärt Dr. Jeff Levy, Tierarzt und zertifizierter Veterinärakupunkteur in Manhattan. "Oft trainieren Katzen uns damit, nachts aufzustehen – wie ich es bei meiner eigenen Katze erlebt habe."
Katzen kommunizieren mit Miauen sowohl mit uns Menschen als auch untereinander. Bei gesprächigen Katzen ist das normalerweise nur Persönlichkeit. Doch Änderungen in Intensität, Klang oder Häufigkeit können auf Probleme hindeuten. Als verantwortungsvoller Katzenbesitzer lernen Sie, diese Signale zu deuten und rechtzeitig zum Tierarzt zu gehen.
Ursachen für übermäßiges Miauen
Dr. Courtney Marsh, Gründerin der BCCB Pet Clinic in Richmond, Virginia, verbindet Miauveränderungen mit Erkrankungen wie Hyperthyreose, Bluthochdruck oder Kehlkopfproblemen. "Notfälle wie Harnwegsblockaden verursachen lautes, anhaltendes Schreien – der Schmerz ist extrem", betont sie.
Bei älteren Katzen kann verstärktes Miauen auf Stress durch neurologische Störungen wie Senilität hinweisen. Katzen mit kognitiver Dysfunktion – vergleichbar mit Demenz beim Menschen – miauen öfter aus Verwirrung und Desorientierung. "Die genaue Ursache ist unbekannt, aber Symptome umfassen erhöhte Unruhe und reduzierte Umweltwahrnehmung", sagt Marsh.
Grundsätzlich lösen alle Beschwerden, die Unwohlsein verursachen, mehr Miauen aus.
Auf Katzengeräusche achten
Gesunde Katzen miauen für Futter, Streicheln oder Zugang zur Tür. "In über 20 Jahren als Hausbesuchstierarzt habe ich jedes Miauen gehört", berichtet Levy. "Meine Katze Asti Spumante fordert nachts extra Futter oder Aufmerksamkeit – typisch!"
Der Unterschied zu Notmiauen ist klar: "Ein tiefes, gurgelndes Heulen oder Stöhnen signalisiert Ernsthaftes, wie Nierenversagen, Thrombosen, Verletzungen oder Bewusstseinsstörungen", warnt Levy. "Das deutet auf echtes Leid hin."
Wann Sie wegen Miauens zum Tierarzt gehen sollten
Beobachten Sie Verhaltensänderungen. "Miauen ist wie Bellen bei Hunden: Manche sind laut, andere still. Bei Abweichungen Tierarzt kontaktieren", rät Marsh. "Plötzliches ständiges Maulen, Schmerzenslaute beim Springen oder Berühren sind Warnsignale."
Levy ergänzt: Plötzlich lauter, leiser, häufigeres oder verändertes Miauen erfordert Aufmerksamkeit. "Sie kennen Ihre Katze am besten – Veränderungen in Verhalten, Aktivität oder Lauten sind Alarme."
Weitere Krankheitszeichen beachten
Bei medizinischen Ursachen treten oft weitere Symptome auf: Veränderte Aktivität, Appetit, Gangart, Mimik, Ohren- oder Schwanzhaltung, sagt Levy. Ruhig gewordene aktive Katzen signalisieren Probleme. "Änderungen in Pflege oder Sozialverhalten verstärken den Miau-Alarm", fügt Marsh hinzu.