Von John Gilpatrick
Ob Garfield das Bild der scheuen, schelmischen Katze geprägt hat, sei dahingestellt – doch es spiegelt eine Realität wider. Viele Katzen sind nachtaktiv und verbringen den Tag in ruhigen, versteckten Ecken.
„Viele Katzen sind nachtaktiv“, erklärt Myrna Milani, DVM, renommierte Autorin und Expertin für Pathologie sowie Anthrozoologie. Normalerweise ist das Versteckverhalten harmlos. Problematisch wird es, wenn Ihre sonst soziale Katze plötzlich abhaut. Das kann auf Stress, Angst, gesundheitliche Probleme oder eine Mischung hinweisen.
Als erfahrener Katzenbesitzer und mit Rat von Fachleuten zeigen wir Ihnen, wie Sie problematische Versteckphasen erkennen und lösen.
Lassen Sie Ihrer Katze Zeit, sich an Besucher zu gewöhnen
Umweltveränderungen wie neue Personen im Haushalt stressen Katzen stark. Ob Gast oder neuer Mitbewohner: Katzen sehen sie oft als Bedrohung für ihr Revier – ähnlich wie bei neuen Tieren. Ihre Katze könnte sich verstecken oder markieren.
Milani rät: Geben Sie ihr Zeit zur Anpassung. Vermeiden Sie es, der Neuankömmling mit der Katze zu „kuscheln“. Stattdessen: Kurzzeitbesucher sitzen nah am Versteck, locken sanft mit Leckerlis oder Spielzeug, um Selbstvertrauen zu stärken.
Für Dauerbesucher: Reiben Sie sich mit einem trockenen Handtuch ab, legen Sie es über Nacht aus. Die Katze erkundet den Geruch selbstständig. Am nächsten Tag fühlt sie sich wohler. Pinkelt sie drauf? Bleiben Sie geduldig – das ist eine klare Botschaft.
Schaffen Sie Normalität in der neuen Umgebung
Umzüge sind ein Klassiker für Versteckverhalten. Milani: Je weniger Sie verändern, desto besser. Stellen Sie vertraute Möbel wie den Kratzbaum ans Fenster, vermeiden Sie Chaos mit Kisten.
„Das Beste nach dem Umzug: Alles auspacken und schnell einrichten“, betont sie. So gewinnt Ihre Katze rasch Sicherheit zurück.
Bieten Sie einen sicheren Rückzugsort
Angst vor Besuchern oder Routineänderungen löst Fluchtverhalten aus. Dilara G. Parry, zertifizierte Katzenverhaltensberaterin, empfiehlt „sichere Räume“: Ein umgedrehter Karton mit weicher Decke ist ideal.
Milani ergänzt: Schneiden Sie ein katzengroßes Loch in einen umgedrehten Karton. So behält die Katze den Überblick – sicher vor Überraschungen.
Achten Sie auf Verhaltensänderungen
Verstecken kann Krankheitszeichen sein. Milani: Beobachten Sie Fressen, Trinken, Toilette. Sperren Sie das Bad ab, markieren Sie den Wassernapf, notieren Sie den Verbrauch.
Weitere Warnsignale: Ausfluss aus Augen/Nase, Hinken, Durchfall.
Zum Tierarzt gehen
Bei plötzlichem Verstecken: Tierarzttermin! Parry: „Verstecken kann der erste Hinweis auf Krankheit sein, z. B. Harnverschluss – lebensgefährlich, wenn unbehandelt.“ Nehmen Sie es ernst, besonders bei untypischem Verhalten.