Von Matt Soniak
Wenn Sie je Ihre Katze beim Faulenzen beobachtet und sich gefragt haben, was in ihrem flauschigen Köpfchen vor sich geht, sind Sie nicht allein. Forscher der Tierkognitionswissenschaft teilen diese Neugier. Obwohl das Interesse an Haustierintelligenz boomt, gibt es zur Katzenkognition noch viel zu entdecken.
Wir erleben ein "goldenes Zeitalter der Hundekognition", wie Wissenschaftsjournalist David Grimm es nennt – mit Labors weltweit. Katzenforschung hinkt jedoch hinterher, da Katzen oft unkooperativ sind. Grimm berichtet, dass Experten für ein Buchkapitel über Tierintelligenz kaum Studien fanden und viele Katzen aus Experimenten ausschieden.
Trotzdem haben Wissenschaftler spannende Einblicke gewonnen. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:
1. Katzen folgen unseren Zeigegesten.
Katzen verstehen zwar nicht jedes Wort, aber Körpersprache: Sie reagieren auf Zeigegesten, um Futter zu finden. In einer 2005er-Studie zeigten Forscher auf einen Napf mit Futter (unsichtbar für die Katzen). Fast alle Tiere wählten richtig – ein Zeichen für "Theory of Mind", die Fähigkeit, Absichten anderer zu erkennen. "Da Katzen mit Menschen gezüchtet wurden, erwarten wir das", schreiben Expertinnen Kristyn R. Vitale Shreve und Monique A. R. Udell. "Katzenbesitzer wissen: Sie sind nicht immer prompt."
2. Katzen kennen Objektpermanenz.
Objekte verschwinden nicht einfach, wenn sie nicht mehr sichtbar sind – das wissen wir intuitiv. Katzen auch: Sie suchen erfolgreich hinter Hindernissen oder in Behältern. Praktisch für Jäger: "Beute, die sich versteckt, bleibt greifbar", erklären Vitale Shreve und Udell. Testen Sie es selbst mit Psychologe Clive Wynnes Heimexperiment.
3. Katzenerinnerung hat Grenzen.
Katzen merken sich Infos kurz – ihr Arbeitsgedächtnis hält ca. 1 Minute, sinkt nach 10 Sekunden. Hunde schneiden besser ab. Langzeitgedächtnis ist stärker, aber anfällig für Alter oder Krankheit. Feline Cognitive Dysfunction (FCD/CDS), ein Alzheimer-Ähnliches, tritt bei Katzen ab 10 Jahren auf, warnt das Cornell University Feline Health Center.
4. Katzen haben Zeitgefühl und erkennen Mengen.
Ihre Katze miaut pünktlich zum Fressen? Studien zeigen: Sie unterscheiden Zeiten (5, 8, 10, 20 Sekunden) und Mengen (2 vs. 3 Objekte), um mehr Beute zu sichern. "Katzen besitzen eine innere Uhr", schlussfolgern Vitale Shreve und Udell.
Sind Katzen schlauer als Hunde?
Katzen zeigen beeindruckende Fähigkeiten, doch Vergleiche sind knifflig: Weniger Studien, artenspezifische Tests. "Schlauer" hängt vom Kontext ab. Unser Tipp: Feiern Sie beide Arten in ihrer Einzigartigkeit.
Dieser Artikel wurde von Dr. Katie Grzyb, DVM, auf Genauigkeit geprüft und bearbeitet.