DeuAq.com >> Leben >  >> Tiere & Insekten

Faszinierende Fakten zur Katzenzunge: Anatomie, Funktionen und Expertenwissen

Von Kate Hughes

Für Katzenbesitzer gibt es kaum ein größeres Vergnügen, als von ihrem Kätzchen gepflegt zu werden. Es zeigt, dass Sie ihr volles Vertrauen gewonnen haben und zu ihrem engeren Kreis gehören. Auf der körperlichen Ebene fühlt es sich allerdings an, als würde raues, nasses Sandpapier über die Haut schaben – weniger angenehm als die emotionale Belohnung.

Die Zunge einer Katze ist ein beeindruckendes Wunderwerk der Natur. Sie dient nicht nur zum Schmecken von Futter, sondern unterstützt beim Fressen, Trinken und der intensiven Fellpflege. Ein genauer Blick enthüllt, was dieses starke Organ so einzigartig macht.

Papillen

Die Katzenzunge ist mit winzigen, rückwärtsgerichteten Widerhaken bedeckt, den sogenannten Papillen. Diese variieren in der Länge – länger in der Mitte, kürzer an den Rändern – und sind mit einer robusten Keratinschicht überzogen, erklärt Dr. Mark Freeman, Assistenzprofessor für Gemeinschaftspraxis am Virginia-Maryland College of Veterinary Medicine in Blacksburg, Virginia. Das Keratin ist transparent, aber extrem hart und verleiht den Papillen enorme Stabilität. „Und bei genauerem Hinsehen stellen Sie fest, dass sie alle nach hinten zur Kehle hin ausgerichtet sind“, ergänzt er.

Diese Ausrichtung ist ein zweischneidiges Schwert. „Katzenzungen sind für die Jagd optimiert“, beschreibt Freeman. „Bei der Beutezerlegung helfen die Papillen, Fleisch von den Knochen zu lösen, die maximale Nährstoffausbeute zu erzielen und die Nahrung in den Rachen zu leiten.“ Allerdings können sie auch unerwünschte Objekte einfangen. „Beim Spielen mit Schnüren oder Gummibändern werden diese durch die Papillen direkt in den Rachen transportiert“, warnt Freeman. „Das kann zu Verwicklungen um die Zunge oder sogar Blockaden im Hals führen.“

Pflege

Neben der Nahrungsaufnahme dienen die Papillen der Fellpflege. „Sie entfernen Schmutz und Verfilzungen, glätten und reinigen das Fell gründlich“, erklärt Dr. Ryane E. Englar, Assistenzprofessorin und Koordinatorin für klinische Ausbildung an der Kansas State University in Manhattan, Kansas. „Das ist essenziell, da Katzen höchste Ansprüche an ihre Hygiene stellen.“

Die raue Zunge ist für Kätzchen besonders wichtig, besonders in den ersten Lebenswochen, betont Englar. „Neugeborene Kätzchen sind blind und taub, Tastsinn ist ihr wichtigstes Sinnesorgan. Die raue Zunge der Mutter schafft eine enge Bindung, noch bevor sie sehen können.“ Zudem stimulieren die Papillen die Reflexe für Urinieren und Defäkieren. „Die Berührung ist kräftig – ohne sie könnten Kätzchen nicht entleeren.“

Trinken

Katzen nutzen ihre Zunge auch beim Trinken auf smarte Weise. Im Gegensatz zu Hunden tauchen sie den Mund nicht ins Wasser, sagt Freeman. „Sie tauchen die Zunge ein, heben sie blitzschnell hoch. Die Papillen ziehen eine Wassersäule hoch, die die Katze dann umschließt. Nach drei- bis viermaligem Wiederholen schluckt sie.“ Zeitlupenaufnahmen dieses Prozesses finden neugierige Besitzer online.

Geschmack

Wie beim Menschen dient die Zunge auch Katzen zum Schmecken. Ob sie alle fünf Geschmacksrichtungen (süß, salzig, bitter, sauer, umami) wahrnehmen, ist umstritten. Dennoch haben sie klare Vorlieben, bestätigen Englar und Freeman. „Anekdoten berichten von Katzen, die bestimmte Futtersorten lieben – formelle Studien fehlen jedoch oft, da Katzen keine idealen Probanden sind“, meint Englar.