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5 bewährte Tipps, um eine überaktive Katze zu beruhigen – Empfehlungen von Experten

Von Christina Chan

Als Katzenbesitzer kennen Sie das: Die idyllische Szene einer schnurrenden Katze auf dem Schoß ist nicht immer Realität. Katzen erleben oft wilde Energieschübe – sogenannte Zoomies –, bei denen sie durch die Wohnung rasen, springen oder mit anderen Tieren ringen. Das kann beunruhigend wirken, ist aber laut Dr. Nicholas Dodman, renommiertem Veterinär-Verhaltensforscher aus Westborough, Massachusetts, absolut normal: „Es ist ihr natürliches Verhalten.“

Dodman erklärt, dass Katzen vor allem in der Dämmerung aktiv sind, wenn ihre Vorfahren jagen würden. In engen Wohnungen können Instinkte wie die Beutejagd zu solchen Ausbrüchen führen. „Wenn wir Katzen in Häuser bringen, schränken wir ihre Erkundungsfähigkeit ein – im Gegensatz zu ihren Ahnen in weiten Territorien“, betont er.

Hier sind fünf effektive Strategien, um Ihr Kätzchen zu beruhigen, basierend auf Erkenntnissen von Fachleuten.

1. Strukturierte Spielzeiten einführen

Katzen brauchen wie Hunde Auslauf für ihre Energie. Ohne das toben sie unkontrolliert. Dodman rät zu geplanten Spielrunden mit interaktivem Spielzeug wie LED-Lasern oder Futterbällen. „So hast du Spaß, baust eine Bindung auf und lenkst die Energie gezielt“, sagt er. Wichtig: Beim Laserpointer immer ein „Fangziel“ wie ein Leckerli bieten, um Frustration zu vermeiden.

Die zertifizierte Verhaltensspezialistin Jennie Lane aus Alexandria, Virginia, empfiehlt Futter-Spielzeuge, die den Jagdinstinkt ansprechen. Sessions sollten kurz sein – 5 bis 10 Minuten –, da manche Katzen sonst überstimuliert werden.

2. Harmonie im Mehrkatzenhaushalt schaffen

Als Nachfahren solitaire Wildkatzen stressen sich Katzen in Gruppen. Stress zeigt sich durch Urinmarkieren oder Fehlplatzieren – die Markierungsrate steigt um 100 Prozent bei mehr als 10 Katzen. Lane warnt: Persönlichkeiten ändern sich rapide. Bei Konflikten Tierarzt konsultieren und Experten hinzuziehen. Mehr Bewegung und mentale Stimulation helfen immer.

Manchmal löst sogar eine weitere Katze Probleme, wenn übermäßiges Spiel auf Sie abzielt, meint Dodman.

3. Hyperthyreose ausschließen und behandeln

Nicht jedes Toben ist rein verhaltensbedingt. Bei älteren Katzen verursacht oft eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) Hyperaktivität. „Betroffene schlafen wenig, fressen unersättlich und haben Energieschübe“, erklärt Dr. Erin Wilson, Tierärztin und medizinische Direktorin der ASPCA in New York. Behandlungen: Methimazol, Operation oder radioaktives Iod.

4. Sichere Outdoor-Abenteuer bieten

„Kabinenfieber“ treibt Katzen zum Toben, warnt Dodman. Statt Freilauf (Gefahren!) nutzen Sie Katzen-Geschirre für Spaziergänge oder ein Außengehege („Katio“). Lane schwört darauf: So bleibt die Katze sicher stimuliert.

5. Natürliches Verhalten akzeptieren

Oft braucht es keine Intervention. „Fünf Minuten Zoomies sind normal – wie bei spielenden Kindern“, sagt Wilson. Bei Gefahr (z. B. Sprünge von Schränken) lenken Sie mit Jagdspielzeug um. Junge Kätzchen unter sechs Monaten sind von Natur aus energiegeladen. „Sie rennen, ringen – das trainiert sie fürs Erwachsenenleben“, fügt Dodman hinzu.

Zusammenfassend: Katzen brauchen Bewegung und Stimulation. Akzeptieren Sie ihre Natur, ergänzt durch smarte Maßnahmen gegen gesundheitliche oder soziale Ursachen.