Wie Sie Ihre Katze sicher auf Zecken untersuchen und entfernen
Von Jennifer Kvamme, DVM
Als Tierärztin mit langjähriger Praxis weiß ich: Im Sommer sind Zecken besonders aktiv und suchen nach Wirten wie Ihrer Katze. Diese Parasiten können gefährliche Krankheiten übertragen, wenn sie beißen. Regelmäßige Kontrollen vor dem Anheften verhindern Infektionen und sorgen für mehr Wohlbefinden in der warmen Jahreszeit.
Das gilt vor allem für Freigänger oder Katzen, die mal rein- und mal rausgehen. Selbst bei Zeckenschutz-Halsbändern oder Spot-on-Mitteln empfehle ich wöchentliche Checks in den Sommermonaten.
Gründlicher Körpercheck: Schritt für Schritt
Langhaarige Rassen bergen Zecken besser als Kurzhaarige, da das Fell sie kaschiert. Doch Zecken sind meist dunkler und größer als Flöhe – sichtbar, solange sie nicht im tiefsten Fell verschwinden. Sie bewegen sich kaum, graben den Kopf in die Haut und schwellen beim Blutsaugen an.
Starten Sie am Kopf, tasten Sie den ganzen Körper ab, prüfen Sie unter dem Halsband. Kämmen Sie mit den Fingern wie mit einem Kamm durchs Fell – besonders unter dem Schwanz, um den Anus, zwischen Zehen, in der Leiste und Achseln. Zecken lieben dunkle, versteckte Stellen.
Sie spüren eine kleine, erbsengroße Beule. Nutzen Sie ggf. eine Bürste oder Flohkamm, halten Sie aber bei Widerständen inne. Rote, gereizte Haut oder übermäßiges Kratzen/Lecken deuten auf Zecken hin.
Die Ohren sind ein Hotspot: dunkel, feucht, versteckt. Schauen Sie innen und außen genau hin. Bei Kopfschütteln und nichts Sichtbarem im Außenohr empfehle ich eine tierärztliche Otoskopie.
Zecken richtig entfernen und entsorgen
Greifen Sie mit Pinzette oder Zeckenzange nah am Kopf der Haut – mit Handschuhen oder Papiertuch. Ziehen Sie langsam und gerade heraus, ohne zu drehen, quetschen oder mit Feuer/Ölen zu experimentieren. Das erhöht das Risiko.
Töten Sie die Zecke in Alkohol, zerdrücken Sie sie nicht. Desinfizieren Sie die Bissstelle und tragen Sie bei Bedarf eine antibiotische Salbe auf.