Von Katherine Tolford
Katzen sind zäh und einfallsreich, doch im Winter lauern zahlreiche Gefahren. Dr. Jessica Trimble, Tierärztin bei fuzzy.com – einem innovativen Hausveterinärdienst – teilt bewährte Tipps, um gängige Fehler zu vermeiden und Ihr Kätzchen sicher durch die kalten Monate zu bringen.
Ihre Katze bei Kälte draußen lassen
"Wenn Sie selbst ohne warme Jacke nicht rausgehen würden, lassen Sie Ihre Katze drin", rät Trimble. Regen und Schnee führen zu Unterkühlung und Krankheiten. Nass haftet Kälte am Fell, das seine Isolierwirkung verliert. Trocknen Sie nasse Katzen sanft mit einem warmen Handtuch ab – ein Fön ist meist keine gute Idee.
Keine Kontrolle nach dem Rausgehen
Machen Sie es zur Routine: Bei Rückkehr aus der Kälte prüfen Sie Ohren, Nase und Pfoten auf Erfrierungen (Farbveränderungen). Bei Verdacht: Warmes Bad, trockenes Handtuch und sofort Tierarzt anrufen. Entfernen Sie Steinsalz (giftig!) oder Eissplitter aus den Ballen und wischen Sie Fell und Pfoten ab.
Schlechte Fellpflege
Katzenfell schützt durch Unterwolle und wetterfeste Deckhaare. Zu häufiges Baden oder Rasieren entfernt schützende Öle. Besonders Langhaarkatzen sammeln Schnee an Bauch und Zehen – regelmäßiges Bürsten verteilt Öle, verhindert Verfilzungen und hält das Fell gesund. Trimmen Sie Zehenhaare, um Salzablagerungen zu vermeiden.
Inadäquate Notunterkunft
Für Streuner: Eine kleine, wasserdichte Hütte (z. B. Rubbermaid-Container) mit Eingangsloch reicht. Regelmäßig kontrollieren, ob Wildtiere eingezogen sind.
Vermeidbare Identifikationslücken
Kälte tilgt Hausgeruch schnell. Sicherheitshalsbänder können aufgehen – ein Chip mit aktuellen Daten ist essenziell. In der Weihnachtszeit mit viel Trubel: Türen im Blick behalten, damit Katzen nicht entwischen.
Verhaltensänderungen ignorieren
Offensichtliche Unterkühlungszeichen wie Trägheit sind klar, doch Katzen verbergen Leid meisterhaft. "Beobachten Sie genau – sie halten länger aus, als gut für sie ist", warnt Trimble.
Senioren vernachlässigen
Ältere Katzen mit Arthritis frieren stärker. Ein extra weiches Bett oder ein Pullover (falls akzeptiert) lindert. Desorientierung steigt – engmaschige Überwachung ist Pflicht.
Unzuverlässige Wasserquelle
Dehydration droht auch im Winter. Frisches, frostfreies Wasser verhindert riskante Alternativen. Erwägen Sie beheizte oder solarbetriebene Schalen.
Falsches Füttern
Innenkatzen brauchen keine Extra-Kalorien. Bei Auslauf: Leichte Erhöhung möglich, aber Tierarzt abklären.
Ländliche Risiken ignorieren
Raubtiere wie Füchse suchen im Winter Nahrung. Halten Sie Katzen drinnen oder beaufsichtigt.
Trockene Haut übersehen
Heizungsluft reizt Haut und Fell. Omega-3-Fettsäuren (z. B. Fischöl) helfen – Dosierung mit Tierarzt besprechen.
Zuhause nicht wintertauglich machen
Schützen Sie vor Kaminen, Heizungen (mit Abschaltautomatik), Kerzen und engen Spalten. Klopfen Sie vor Autostarts auf die Motorhaube – Katzen schlafen da gerne. Säubern Sie Frostschutzmittel und Salz; beide sind tödlich giftig. Bei Verdacht: Sofort zum Tierarzt.
Weihnachtsfallen
Kein Rückzugsort
Stress durch Gäste? Bieten Sie einen ruhigen Raum. Feliway-Pheromone (Diffusor/Spray) beruhigen.
Giftige Pflanzen
Stechpalme, Tannen, Lilien, Poinsettia: Außer Reichweite lagern.
Verlockende Leckerlis
Truthahn etc. reizen, verursachen aber Pankreatitis. Nur gekochtes Fleisch ohne Haut/Knochen/Soße, Gemüse wie Kürbis oder Bohnen – kleine Mengen. Teller wegräumen, Gäste briefen.