Von Jennifer Coates, DVM
Wenn Sie ein Kätzchen adoptieren, ist es idealerweise gesund und problemfrei. Leider ist das nicht immer so. Viele gutherzige Menschen nehmen kranke Kätzchen auf, um sie zu pflegen. Oft treten Probleme erst Tage oder Wochen nach der Ankunft auf.
Einige Erkrankungen sind bei jungen Kätzchen besonders häufig. Als erfahrene Tierärztin kenne ich diese aus meiner Praxis. Wissen Sie im Voraus Bescheid, um optimal vorbereitet zu sein. Hier die fünf gängigsten:
1. Infektionen der oberen Atemwege zählen zu den häufigsten Diagnosen bei Kätzchen. Symptome wie Niesen, laufende Augen und Nase, Appetitlosigkeit und Lethargie machen sie hoch ansteckend. Sie übertragen sich leicht zwischen Kätzchen, bei Adulten milder. Bei guter Pflege (Ruhe, Anregung zum Fressen/Trinken, Abwischen mit warmem Tuch) erholen sich viele in 1–2 Wochen. Bei Verschlechterung oder Appetitverlust: Sofort zum Tierarzt!
2. Ohrmilben befällen Kätzchen häufig, aber auch ältere Katzen. Sie sind für andere Katzen (seltener Hunde) ansteckend. Typisch: schwarz-brauner, kaffeesatzartiger Ausfluss, Juckreiz, Kratzwunden am Kopf/Hals. Freiverkäufliche Mittel wirken bei genauer Anwendung. Lassen Sie Ihren Tierarzt aber bestätigen (Mikroskop-Test), ob Milben oder Hefen/Bakterien vorliegen – oft reicht eine Behandlung. Behandeln Sie alle Haustiere!
3. Darmparasiten rechtfertigen routinemäßige Kotproben und Entwurmungen. Spul- und Hakenwürmer sind am häufigsten, über Muttermilch oder Umwelt übertragen. Auch Bandwürmer, Coccidia oder Giardia kommen vor. Der Tierarzt untersucht den Kot und verschreibt gezieltes Mittel – oft mehrmals dosieren!
4. Flöhe plagen Kätzchen besonders. Starke Befälle können durch Blutverlust Anämie auslösen und Krankheiten wie Bartonella oder Mycoplasma übertragen. Bekämpfung: Monatliches Kätzchen-sicheres Flohmittel, Behandlung aller Haustiere, Umweltreinigung (Staubsaugen, Waschen). Ihr Tierarzt berät optimal.
5. Durchfall hat vielfältige Ursachen. Stress (Trennung, Umzug), Futterwechsel lösen ihn oft kurzfristig aus – mit Rückkehr zur Normaldiät, Stressreduktion und Probiotika bessert er sich. Ernstere Gründe wie Parasiten, Infekte oder Immunprobleme erfordern tierärztliche Abklärung, da Kätzchen schnell dehydrieren.
Dies deckt nicht alle Risiken ab. FIP ist selten, aber tödlich. FeLV/FIV-Tests sind essenziell; Impfungen schützen vor Panleukopenie (Symptome: Durchfall, Erbrechen, Dehydration). Lassen Sie neu adoptierte Kätzchen innerhalb 1–2 Tagen untersuchen: Untersuchung, Tests, Impf-/Entwurmplan für langfristige Gesundheit.
Hinweis des Herausgebers: Teile basieren auf einem Beitrag von Dr. Lorie Huston.