Melissa betreut eine breite Palette exotischer Tiere und besitzt ein Zertifikat als Veterinärassistentin sowie einen Bachelor-Abschluss in Biologie. Mit Jahren der praktischen Erfahrung teilt sie fundiertes Wissen über exotische Haustiere.

Igel, stachelige Säugetiere aus der Unterfamilie Erinaceinae, zählen zu den populärsten exotischen Haustieren. Kommerzielles Futter in Zoofachgeschäften und eine wachsende Züchter-Szene mit eigenen Shows machen sie zu einer etablierten Wahl. Oft mit Stachelschweinen oder Nagetieren verwechselt, sind sie enger mit Maulwürfen und Spitzmäusen verwandt. Einige Arten gelten als domestiziert und können charmante, wenn auch etwas unordentliche Begleiter sein.

Igelarten als Haustiere: Eine Übersicht
Seit den 1980er Jahren dominiert in den USA eine Igelart den Exotenhandel, doch Importe neuer Varianten machen das Angebot vielfältiger. Die Pflegeanforderungen variieren leicht – recherchieren Sie vor dem Kauf gründlich.

Afrikanischer Zwergigel
Der Afrikanische Zwergigel (APH) ist die häufigste Haustierart aus der Gattung Atelerix. Es bleibt umstritten, ob es sich um zentralafrikanische Igel (Atelerix albiventris, Vierzehenigel), algerische Igel (Atelerix algirus) oder Hybride handelt. Intensiv in Gefangenschaft gezüchtet, gelten sie als domestiziert, da Importe früher wegen Maul- und Klauenseuche eingeschränkt waren.
Natürliches Verbreitungsgebiet: Afrika
Ernährung: Primär Insektenfresser mit gelegentlichem Pflanzenanteil in der Wildnis; Eidechsen und Schlangen werden gejagt. In Gefangenschaft: Spezielles Pelletfutter plus Insekten.
Einzigartige Merkmale: Gezähmte Exemplare rollen sich oft defensiv ein, statt zu beißen. Schlechte Kletterer, daher kleinere Käfige ausreichend. Mit Geduld und Sozialisierung werden sie zutraulich.

Gibt es Igelrassen?
- Igel haben keine festen "Rassen" wie Hunde, sondern den Afrikanischen Zwergigel in Farbvarianten (Morphen) – ähnlich wie bei Königspythons. Keine Standards für Aussehen oder Temperament.
- Beliebte Farben: Salz & Pfeffer (häufigst, mit weißem Bauch), Zimt, Schokolade, Cinnicot, Pinot, Champagner, Aprikose, Albino.
- Andere Arten unterscheiden sich genetisch und regional in Aussehen und Verhalten.

Langohrigel
Der Langohrigel (Hemiechinus auritus) ist die zweitbeliebteste Art in den USA, mit großen Ohren und hoher Aktivität. Züchter raten zu großen Gehegen (ca. 1,5–1,8 m Länge) und Spielzeiten draußen. Sie jagen mit Katzenspielzeug und brauchen mehr Insekten/rohes Fleisch als APHs.
Natürliches Verbreitungsgebiet: Zentralasien, Afghanistan, Russland, Mongolei, Ägypten, Chinesisch-Turkestan.
Ernährung: Insekten (Heuschrecken, Käfer), Eier, Obst, Gemüse, kleine Wirbeltiere.
Einzigartige Merkmale: Lebensdauer ca. 7 Jahre; überleben Wochen ohne Nahrung/Wasser. Große Ohren regulieren Wärme; hoher Jagdinstinkt für interaktives Spiel.
„Russischer“ Langohrigel
Diese Variante des Langohrigels aus Russland ist größer und felliger – eine frische Import aus Europa.

Wüstenigel
Der Wüstenigel (Paraechinus aethiopicus, auch Sonora-Wüstenigel) kommt neu aus Europa. Dunkle Gesichts- und Stachelmarkierungen; Pflege ähnlich Langohrigeln.
Natürliches Verbreitungsgebiet: Nordafrika; Sahara bis Marokko, Ägypten, Syrien, Irak.
Ernährung: Insekten, kleine Wirbeltiere inkl. Schlangen, Skorpione. Kein Pflanzenmaterial.
Einzigartige Merkmale: Bis 10 Jahre in Gefangenschaft.

Indischer Langohrigel
Seltene Art (Hemiechinus collaris): Kleiner (ca. 18 cm), großer Verwandter des Ägyptischen Langohrs. Anpassung an Hitze durch Ohren; nährt sich feuchtigkeitsreich von Insekten.
Natürliches Verbreitungsgebiet: Indien, Pakistan.
Ernährung: Insekten.
Einzigartige Merkmale: Oft dunklere Färbung, kompakte Größe.

Tenrec
Kein Igel, aber ähnlich: Tenrecs (Familie Tenrecidae) aus Madagaskar. In den USA: Kleiner Tenrec (Echinops telfairi), Großer Tenrec (Setifer setosus). Pflege wie Igel, aber kletterfreundlichere Gehege; sauberer, bissiger.
Natürliches Verbreitungsgebiet: Madagaskar.
Ernährung: Insekten, kleine Wirbeltiere.
Einzigartige Merkmale: Kletterer, Insektenfresser; bis über 10 Jahre (Rekord: 20+).

Quellen
- Ballenger, L. 1999. "Hemiechinus auritus" (Online), Animal Diversity Web. Abgerufen am 10. Juni 2022 unter https://animaldiversity.org/accounts/Hemiechinus_auritus/
- Graesser, Donnasue, et al. "Wobbly Hedgehog-Syndrom bei afrikanischen Zwergigeln (Atelerix spp.)." Journal of Exotic Pet Medicine 15.1 (2006):59-65.
- Hall, D. 2002. "Paraechinus aethiopicus" (Online), Animal Diversity Web. Abgerufen am 11. Juni 2022 unter https://animaldiversity.org/accounts/Paraechinus_aethiopicus/
- Himmlische Igel. Igel vs. Tenreks.
- Molur, S. (2008). Hemiechinus collaris. In: IUCN 2012. Rote Liste gefährdeter Arten der IUCN. Version 2012.2.
- Pollock C. Parmentier S. Basisinformationsblatt: Afrikanischer Zwergigel. 14. Februar 2010. LafeberVet-Website. https://lafeber.com/vet/basic-information-for-igels/
- Santana, E. M.; et al. (2010). "Atelerix albiventris (Erinaceomorpha: Erinaceidae)". Säugetierarten. 42(1):99–110.
- Sharma, A. & Mathur, R. S. (1974). "Histomorphologische Veränderungen im Fortpflanzungstrakt des weiblichen Hemiechinus auritus collaris, Grau in Bezug auf den Brunstzyklus". Acta Zoologica. 55(4):235
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