Am 22. Oktober 2018 von Dr. Katie Grzyb, DVM, auf Richtigkeit überprüft
Von Nancy Dunham
Hängt eine streunende Katze vor Ihrem Haus herum oder verbringt sie zunehmend Zeit in Ihrem Garten? Möglicherweise hat sie Sie als neuen Besitzer auserkoren – und Sie fragen sich: Kann aus dieser Streunerin eine vertrauensvolle Hauskatze werden?
Ja, das ist durchaus möglich, doch es gibt wichtige Einschränkungen zu beachten. Als erfahrene Tierärzte und Verhaltensspezialisten raten wir: Zuerst den Unterschied zwischen Streunerkatzen, Straßenkatzen und Wildkatzen klären. Beide Typen wirken anfangs oft scheu, doch der Unterschied ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Familie und anderer Haustiere.
Wildkatzen sind nicht domestiziert und an Menschen ungewohnt. Streuner und viele Straßenkatzen hingegen wurden oft sozialisiert, kastriert und medizinisch versorgt.
Domestizierung von Wildkatzen
Dr. Ann Hohenhaus, DVM, DACVIM (SAIM, Onkologie) vom Animal Medical Center in New York, mahnt zur Vorsicht: „Wildkatzen tragen oft schwere Gesundheitsprobleme. Im Gegensatz zu Streunern lebten sie ohne tierärztliche Betreuung.“
Straßenkatzen können hoch ansteckende Krankheiten wie Scherpilzflechte, Katzenleukämie, Tollwut oder andere Infektionen übertragen – auf Mensch und Tier.
„Bereiten Sie sich auf emotionale Herausforderungen vor“, warnt Dr. Hohenhaus. „Überlegen Sie gründlich, bevor Sie eine Wildkatze ins Haus holen.“
Tierverhaltensspezialistin Pamela Uncles von Companion Animal Behavior in Washington, DC, ergänzt: „Risiken kennen ist entscheidend. Verhaltensprobleme sind häufig.“
Taylor Truitt, CEO von The Vet Set in Brooklyn, rät: „Wildkatzen eignen sich besser als Gemeinschaftskatzen im Freien. Ohne Sozialisierung bis zur 16. Woche scheitert die Eingewöhnung meist.“ Viele Besitzer füttern sie draußen, ohne sie einzuquartieren – aus gutem Grund.
Eine Streunerkatze adoptieren
Streuner mit menschlicher Sozialisierung passen sich meist nahtlos an und bauen enge Bindungen auf.
Gesundheitscheck für Streuner
Im Unterschied zu Wildkatzen sind viele Streuner gechippt, geimpft und kastriert – geringere Anfangskosten. Dennoch: Immer sofort zum Tierarzt für Untersuchung, Impfungen und Parasitencheck.
Langsame Eingewöhnung
Nach dem Arztbesuch Ihre neue Katze separat halten, rät Dr. Truitt. So gewöhnt sie sich an Geräusche wie Spülmaschine oder Klingel. Bei Vorstellung an bestehende Haustiere: Kurze Sessions starten, z. B. durch Glastüren, und allmählich ausbauen, empfiehlt Uncles.
Notwendige Ausstattung für den Einstieg
Bereiten Sie vor:
- Katzenklos. Streuner müssen oft neu lernen. Eine pro Etage ist ideal, sagt Dr. Truitt.
- Katzenspielzeug. Federstäbe, Laserpointer, Mäuse fördern Bewegung und Bindung. Zuerst separat halten.
- Kratzbäume. Verschiedene Varianten testen – vertikal, horizontal oder Kombi mit Hochsitz, rät Uncles.
- Katzenminze. Wirkt bei 75 % der Katzen. Alternativen von Dr. Hohenhaus: Silberne Rebe (Actinidia polygama), Tatarisches Geißblatt (Lonicera tatarica), Baldrian (Valeriana officinalis).
- Beruhigungshilfen. Pheromon-Diffusoren oder Leckerlis – mit Tierarzt absprechen.