Während Sie durch die Straßen Mumbais schlendern, begegnen Ihnen vielleicht wohlerzogene Welpen oder verlassene Hybridhunde, die auf dem Bürgersteig ausharren und auf Rettung warten.Bei einem Blick in ihre unschuldigen Augen fragen Sie sich, warum sie ausgesetzt wurden. Die Antwort ist ernüblich: Viele Besitzer wollen keine Tiere mit gesundheitlichen Defiziten.
Eine Studie des Animal Welfare Board of India (AWBI) und CUPA aus diesem April untersuchte 99 Hunde und Welpen in 15 Einrichtungen. Die Ergebnisse sind alarmierend: Zahlreiche Tiere litten unter Krankheiten, Unterernährung und Entwicklungsstörungen – verursacht durch rücksichtslose Inzucht und Kreuzungen. Solche Praktiken führen bei Hunden häufig zu Atemwegserkrankungen, Herzproblemen, Taubheit, Hüftdysplasie, O-Beinen und weiteren Komplikationen. Symptome treten oft im Alter von drei bis sechs Monaten auf, woraufhin Besitzer die Welpen aussetzen. So landen sie auf der Straße, bis Tierheime oder Tierschutzorganisationen eingreifen.
Mayani Upadhyay, erfahrene Hundezüchterin in Mumbai, erklärt: „Heutige Hybride entstehen, um den Wünschen der Käufer gerecht zu werden – nach niedlichen oder ungewöhnlichen Varianten. Ein goldener Labrador etwa kombiniert die Farbe des Golden Retrievers mit Labrador-Merkmalen und ist dadurch einzigartig.“ Amit Goyal, ein weiterer Züchter, ergänzt: „Viele gute Zuchthündinnen enden auf der Straße, sobald sie das Fortpflanzungsalter überschreiten und für Besitzer ‚nutzlos‘ werden.“
In der Stadt boomen Hinterhofzüchter durch steigende Haustiernachfrage. Viele sind nicht beim AWBI registriert, züchten unterwidrig und halten Welpen in engen Käfigen – vier bis fünf Tiere pro Box mit wenig Bewegungsfreiheit, was zu bleibenden Beinproblemen führt. Tuhina Bapuli, frisch Labrador-Besitzerin, berichtet: „Bei einem autorisierten Züchter waren die Welpen von der Mutter getrennt, in Käfigen und bekamen nur einmal täglich Futter. Trotz angeblicher Entwurmung entwickelte unser Welpe eine Hautinfektion durch Billigimpfstoffe und benötigt nun Behandlung.“
AWBI-Empfehlungen
Das Animal Welfare Board of India fordert Maßnahmen:
1. Kommerzielle Hundezucht und -verkauf als reguliertes Gewerbe einstufen, mit Meldung und Registrierung bei Kommunen – inklusive Steuern wie Einkommens-, Umsatz- und Mehrwertsteuer.
2. Regelmäßige Kontrollen durch AWBI- und Landesbehördenpersonal für höhere Standards in Zuchtanlagen.
3. Strafen für Beteiligte an unlizenzierten Zuchten.
4. Inzucht als unethische Praxis verbieten.
5. Begrenzung der Würfe pro Hündin in den Zuchtregeln.
6. Vorgaben zum Umgang mit Hündinnen nach dem Zuchtalter.
7. Aufruf, nur bei AWBI-registrierten Züchtern zu kaufen.
Mit Beiträgen von Meghna.Mukherjee@timesgroup.com