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Mythen um Protein in Hundefutter und Katzenfutter: Erkenntnisse aus einer petMD-Umfrage

Von Jennifer Coates, DVM

18. Februar 2014

Als Tierärztin mit langjähriger Praxis weiß ich: Hochwertiges Futter ist der einfachste und effektivste Weg, die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Hunde und Katzen zu sichern. Leider sickern Trends aus der Humanernährung in die Tierwelt ein. Viele Haustierbesitzer glauben fälschlicherweise, dass ein hoher Proteingehalt gleichbedeutend mit Top-Qualität ist.

Eine representative petMD-Umfrage unterstreicht dies: 53 % der Befragten stimmen zu: „Je höher der Proteingehalt, desto besser das Futter – Haustiere brauchen maximal viel tierisches Eiweiß.“ Protein ist essenziell, doch nicht der alleinige Qualitätsfaktor. Mäßigung ist entscheidend, wie bei so vielem im Leben. Zu viel Protein, besonders minderwertiges, kann schaden.

Ist die Proteinquelle in Hunde- und Katzenfutter wirklich entscheidend?

Um die Rolle von Nahrungseiweiß zu verstehen, betrachten wir die Physiologie: Hunde und Katzen zerlegen Protein in Aminosäuren. Verschiedene Quellen bieten unterschiedliche Profile, aber solange alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge vorliegen, ist die Herkunft zweitrangig. Arginin bleibt Arginin – aus Soja oder Truthahn.

Die Umfrage zeigt eine klare Präferenz: 62 % halten tierische Aminosäuren für überlegen. Falsch! Entscheidend ist das Gesamtprofil, unabhängig von tierischer oder pflanzlicher Herkunft.

Dieser Irrglaube wurzelt oft in der Annahme, Katzen könnten pflanzliche Proteine nicht verdauen. 57 % der Umfrageteilnehmer teilen diese Meinung, 65 % fordern Fisch oder Fleisch. Realität: Katzen nutzen Nährstoffe inklusive Aminosäuren hervorragend aus hochwertigen pflanzlichen Quellen – trotz ihres höheren Bedarfs an tierischem Protein.

Kann zu proteinreiches Futter Hunden und Katzen schaden?

Ein kritischer Punkt: Phosphor. Essentiell für Hunde und Katzen, doch hohe Mengen fördern das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen – einer Haupt-Todesursache. Oft wird CKD erst erkannt, wenn ⅔ bis ¾ der Nierenfunktion verloren sind. Unwissentlich hohes Phosphor-füttern kann die irreversible Verschlechterung beschleunigen.

Mäßigung ist hier Schlüssel: Kombinieren Sie präzise tierische Proteine mit phosphorarmer pflanzlicher Aminosäurequelle. Ziel: Den AAFCO-Mindestwert von 0,5 % nicht überschreiten. Nicht deklariert? Rufen Sie den Hersteller an – Ihre Verantwortung gegenüber Ihrem Tier.

Lassen Sie sich nicht von Trends leiten. Proteinreiches Futter klingt verlockend, ist aber nicht immer optimal für Hunde und Katzen.

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