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Importverbot für ausländische Hunderassen in Indien: Züchter und Tierschützer im Konflikt

Importverbot für ausländische Hunderassen in Indien: Züchter und Tierschützer im KonfliktWährend einer Reise in die Schweiz kaufte der Hundezüchter Shouvik Ghosh letztes Jahr einen acht Monate alten Rüden Deutscher Schäferhund für 6 Lakh Rupien. Die Welpen dieses Hundes waren für die nächsten zwei Jahre bereits ausgebucht. Aufgrund der hohen Nachfrage wollte er einen weiteren männlichen GSD hinzufügen – doch das Importverbot der indischen Zentralregierung im letzten Monat traf ihn hart. „Die Hundezuchtbranche wird darunter leiden. Es wird aber Züchter und Hundeliebhaber zwingen, sich auf indische Reinrassen zu konzentrieren, die jahrelang vernachlässigt wurden“, erklärt Shouvik Ghosh.

Worum geht es?
Im April verbot die Generaldirektion für Außenhandel (DGFT) des Handels- und Industrieministeriums die Einfuhr ausländischer Hunde für Zucht- und kommerzielle Zwecke. Ausnahmen gelten für Verteidigungs- und Polizeikräfte sowie für Forschungsorganisationen mit Genehmigung des Ausschusses für Tierversuche. Nur Hunde mit gültigem Haustierpass und Dokumenten im Namen des Importeurs dürfen eingeführt werden.

Hundeliebhaber und Züchter kritisieren die Entscheidung scharf, während Tierschützer sie jubelnd begrüßen.

Tierschützer zum Verbot
Tierschützer bemängeln, dass viele Besitzer und Züchter grundlegende Ethikstandards ignorieren. Ausländische Rassen dienen oft als Statussymbole, und unwissenschaftliche Zucht ist weit verbreitet. Nikunja Sharma von einer Tierrechtsorganisation betont: „Das Verbot verhindert Massentierquälerei. Rassen wie Siberian Huskies, Tibetan Mastiffs, Alaskan Malamutes oder Bernhardiner stammen aus kalten Klimazonen und leiden unter indischen Bedingungen massiv.“

Shatanu Banerjee, Leiter einer NGO für Straßenhunde, nennt die physischen und psychischen Belastungen grausam: „Indien ist für einen Siberian Husky oder Bernhardiner so ungeeignet wie ein Schwimmbecken für Blauwale. Wir tragen Verantwortung für diese wunderbaren Tiere.“

Die Sicht der Züchter
Züchter sehen das anders: Der indische Genpool sei begrenzt und von schlechter Qualität. Frische ausländische Gene verbessern die Rasse. Vinay Jaiswal, Besitzer von 14 Hunden inklusive vier importierter Labradore, warnt: „In Indien erkranken Deutsche Doggen häufig an Hüftdysplasie, in den USA ist das fast ausgemerzt. Indische Möpse können nicht natürlich werfen – das sind genetische Defekte. Neue Gene sind die Lösung, das Verbot schadet zukünftigen Generationen.“

S. Raman von einem Verein für reinrassige Hunde: „Es betrifft meist Hobbyimporte. Exotische Rassen sind selten.“ Karim Rahaman, Trainer und Züchter, ergänzt: „Dobermänner oder Labradore vertragen das Klima. Wir brauchen Importe wie bei Rindern zur Qualitätssteigerung – sonst greifen Züchter zu illegalen Wegen.“

Rounak Saha, Dobermann-Besitzer seit 13 Jahren: „Viele Rassen wie Dobermänner oder Boxer haben keine Probleme. Die Regierung sollte Rassen und Regionen kategorisieren, statt pauschal zu verbieten.“

Meinung eines Tierarztes
Tierarzt Gautam Mukherjee balanciert: „Rassen aus Kältezonen wie Alaskan Malamutes leiden extrem, trotz Klimaanlage – Spaziergänge in Hitze verursachen Probleme. Labradore oder Deutsche Doggen kommen besser zurecht.“

Ausländische Hunderassen, die in Indien überleben können
  • Labrador
  • Mops
  • Dackel
  • Pomeranian
  • Deutscher Schäferhund
  • Dobermann
  • Dalmatiner
  • Beagle
  • Deutsche Dogge
  • Rottweiler
  • Boxer
  • Einige Doggen
  • Airedale Terrier
  • Golden Retriever
  • Chesapeake Bay Retriever
  • Amerikanischer Foxhound
  • Deutscher Kurzhaar
  • Cairn Terrier
  • Chihuahua
  • Whippet
  • Jack Russell Terrier
  • Border Collie
  • Vizsla
  • Dogo Argentino

Indische Rassen
Das Verbot könnte den Absatz indischer Rassen wie Rajapalayam, Chippiparai, Kanni oder Combai ankurbeln – viele sind jedoch fast ausgestorben. Kürzlich setzte die Armee Mudhol-Hunde aus Nord-Karnataka als Spürhunde ein.