Ihre Katze reagiert vielleicht nicht sofort auf ihren Ruf, doch das heißt nicht, dass sie nicht hört. Neueste Forschung zeigt: Hauskatzen erkennen nicht nur ihren eigenen Namen, sondern auch die ihrer Artgenossen.
Ein Team japanischer Forscher berichtete bereits 2019 in Scientific Reports, dass Katzen ihren Namen aus einer Folge gesprochener Wörter heraushören. Eine aktuelle Studie vom 13. April in derselben Zeitschrift erweitert dies: Katzen verknüpfen Namen mit den Gesichtern ihrer Mitbewohner – ohne spezielles Training.
Die Wissenschaftler testeten 48 Hauskatzen: 29 aus japanischen Katzencafés, wo Besucher mit den Tieren interagieren, und 19 aus Privathaushalten mit je mindestens drei Katzen.
Pro Katze wurde eine Aufnahme des Besitzers abgespielt, der viermal den Namen einer anderen Mitbewohnerin rief. Danach erschien auf einem Laptop-Bildschirm ein Foto: In zwei von vier Versuchen passend ("kongruent"), in den anderen nicht ("inkongruent").
Ergebnis: Hauskatzen fixierten den Bildschirm bei inkongruenten Bildern deutlich länger – ein Zeichen, dass ihre Erwartung enttäuscht wurde. "Katzen erwarten ein bestimmtes Gesicht zum gehörten Namen eines Begleiters", fassen die Forscher zusammen. "Diese Studie liefert Beweise für die natürliche Verknüpfung von Name und Gesicht."
Café-Katzen zeigten weniger Reaktionen, da sie seltener individuelle Namen hören und weniger eng mit ihren Artgenossen vertraut sind. Hauskatzen hingegen nehmen Namen bei Futterzeiten häufig wahr, was die Assoziation fördert.
Die Effekte waren subtil: Hauskatzen schauten 1–2 Sekunden länger hin. Manche Katzen ignorierten den Test komplett – eine musste sogar ausgeschlossen werden, nachdem sie floh. Solche Herausforderungen sind typisch bei Katzenstudien, unterstreichen die Forscher ihre Gültigkeit aber dennoch.