
Eine der skurrilsten Theorien zum Ursprung des Loch-Ness-Ungeheuers wurde vom Forscher selbst widerlegt, der sie unbeabsichtigt populär machte: Die Idee, dass die langhalsige "Nessie" der Penis eines Wals gewesen sein könnte.
Die Theorie entstand am 8. April auf Twitter, als der Molekularökologe Michael Sweet von der University of Derby Bilder erigierter Blauwal-Penisse (Balaenoptera musculus) teilte, die bis zu 3 Meter lang werden können – neben einem angeblichen Nessie-Foto. Sweet wollte die verblüffende Ähnlichkeit hervorheben und erklärte, Seeleute hätten solche Sichtungen früher mit mythischen Meerestieren verwechselt.
"Früher zeichneten Reisende/Entdecker, was sie sahen", schrieb Sweet. "Viele Geschichten über Seeungeheuer stammen daher – oft waren es nur Walschwänze oder ähnliche Erscheinungen."
Der Tweet ging viral mit über 93.000 Likes bis zum 14. April und wurde von Boulevardmedien aufgegriffen, die behaupteten, Nessie sei ein erigierter Walpenis gewesen. Die Bilder gerieten jedoch aus dem Kontext, und viele verpassten Sweets eigentliche Absicht.
"Ich habe das Nessie-Bild nur als Beispiel für Beschreibungen von Seeungeheuern genutzt", erklärte Sweet per E-Mail an Live Science. "In Loch Ness gibt es keine Wale – eine schlechte Wahl. Das 1934-Foto ist wahrscheinlich ein Hoax, und Nessie hat nie existiert."
Die Nessie-Legende wurde im frühen 20. Jahrhundert populär. Eine DNA-Untersuchung 2019 in Loch Ness fand kein ungewöhnliches genetisches Material und bestätigte: Kein Monster mehr, falls es je eines gab, wie Live Science berichtete.
Trotzdem hat Sweets Tweet einen wahren Kern: "Er bleibt faktenbasiert", sagte er zu WordsSideKick.com. "Walpenisse wurden weltweit von Seeleuten mit mythischen Kreaturen verwechselt."
Das ist nicht neu. Eine Studie 2005 in Archives of Natural History schlug vor, dass ein "schreckliches Monster", beschrieben von Entdecker Hans Egede 1734, der Penis eines Buckelwals (Megaptera novaeangliae) oder Pottwals (Physeter macrocephalus) war.
Sweet ergänzte im Tweet-Kommentar: Große Wale strecken bei der Paarung in Gruppen gelegentlich den erigierten Penis aus dem Wasser. "Während ein Männchen kopuliert, wartet das nächste – jeder braucht etwas Spaß."