Sechs neu beschriebene Arten von Miniaturfröschen aus Mexiko und Guatemala sind so klein, dass sie bequem auf einen Daumennagel passen. Zwei Arten sind kürzer als 18 Millimeter, die kleinste – Craugastor candelariensis – ist mit gerade einmal 13 mm (0,5 Zoll) Mexikos kleinster Frosch.
Diese Frösche leben in feuchter Laubstreu auf Waldböden und entwickeln sich direkt, ohne Kaulquappenstadium. Sie schlüpfen als Miniaturversionen der Adulten aus den Eiern, wie Forscher in einer aktuellen Studie beschreiben.
Jungtiere sind vermutlich unter 10 mm lang, doch niemand hat sie schlüpfen sehen. „Wir wissen wenig über ihre Reproduktion, Lebensgeschichte und ihr Verhalten“, erklärt Studienleiter Tom Jameson, Zoologe an der University of Cambridge und Doktorand im C-CLEAR-Programm, in einer E-Mail an Live Science.
Die Exemplare stammten aus Museumssammlungen und wurden zuvor als undefinierte Craugastor-Arten oder Varianten von C. pygmaeus bzw. C. hobartsmithii geführt. Die Studie erschien am 4. April in Herpetological Monographs.
Die Frösche ähnelten sich stark, sodass ihre Position im Stammbaum unklar war. „Wir nahmen die Klassifizierung wieder auf, da Co-Autor Jeff Streicher 2012 genetische Hinweise auf mehrere unbeschriebene Arten fand“, so Jameson.

Die Forscher analysierten DNA der Proben und erstellten per CT-Scans 3D-Modelle, um Unterschiede in Knochen und Körperbau zu erfassen. Daraus ergaben sich sechs neue Arten: C. bitonium, C. candelariensis, C. cueyatl, C. polaklavus, C. portilloensis und C. rubinus.
„Jede Art ist genetisch distinct, mit Abweichungen in Schädelform, Skelettverknöcherung und Merkmalen wie Tuberkeln an Händen und Füßen“, betont Jameson.
Trotz Größe sind sie Beute für Vögel, Eidechsen, Säugetiere und Insekten. Größte Bedrohungen: Habitatverlust, Klimawandel und Chytridiomykose, verursacht durch Batrachochytrium dendrobatidis – leicht von Menschen verbreitet, laut Cornell Wildlife Health Lab.
Diese Entdeckung deutet auf reiche, unentdeckte Biodiversität hin. „Weitere Arten warten im Westen Mexikos und östlich der Landenge von Tehuantepec“, schreiben die Autoren.