DeuAq.com >> Leben >  >> Tiere & Insekten

Neueste Erkenntnisse zu CBD bei Haustieren: Behandlung von Angst und Schmerzen – Von Tierarzt Dr. Ken Lambrecht

Von Dr. Ken Lambrecht, DVM

Als Tierarzt mit Praxis in Madison, Wisconsin, teile ich hier fundierte Einblicke. Fürs Protokoll: Ich habe meinen Patienten nie Cannabis- oder Hanfprodukte verschrieben oder empfohlen. Technisch gesehen darf ich in Wisconsin möglicherweise nicht einmal über medizinischen Hanf sprechen, der in allen 50 US-Bundesstaaten legal ist.

Derzeit arbeitet das Veterinary Examining Board of Wisconsin an einer Erklärung: „Es gibt keine rechtlichen Bestimmungen zur Verwendung von Cannabis und verwandten Produkten in der Veterinärmedizin durch Tierärzte oder Kliniken.“

Dennoch ist es essenziell, dass Tierärzte die wissenschaftlichen, tierärztlichen und rechtlichen Aspekte von CBD-Öl kennen – zum Wohl unserer Patienten.

In der Veterinärmedizin wächst die Debatte um CBD-Öl zur Linderung von Beschwerden bei Haustieren. Sogar Studien beleuchten, was es der Fachgemeinschaft bietet.

Was ist CBD-Öl und ist es legal?

Medizinischer Hanf ist „mit Cannabis verwandt“ – doch Hanf ist nicht gleich Cannabis. Hanf ist eine gezüchtete Variante der Cannabis-Sativa-Pflanze mit unter 0,3 % THC (pro Trockengewicht). Cannabidiol (CBD) kommt sowohl aus Hanf als auch aus THC-reichem Cannabis.

Hanf ist bundesweit legal, während CBD nach Bundesrecht Liste-I-Droge bleibt – außer in manchen Staaten. Produkte mit < 0,3 % THC (CBD-Öl, Tinkturen, Kapseln, Leckerlis) sind in allen 50 Staaten erlaubt. Kunden kaufen sie, was Tierärzte vor die Herausforderung stellt: informiert sein, aber nicht beraten dürfen.

Das CBD-Rätsel in der Veterinärmedizin

Die AVMA stellt klar: „29 Staaten und D.C. haben medizinisches Marihuana für Menschen legalisiert, doch Tierärzten ist es verboten, Cannabis zu verabreichen, verschreiben oder empfehlen.“

Trotz Einschränkungen müssen Tierärzte über CBD-Fortschritte Bescheid wissen. Wir sind am besten qualifiziert, Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen einzuschätzen – und verpflichtet, zu helfen, ohne zu schaden.

Haustierbesitzer nutzen CBD-Öl oft eigenständig. Deshalb plädiere ich für Aufklärung über das Endocannabinoid-System, das alle Säugetiere besitzen – nicht für die Anwendung von THC oder CBD (außer wo legal).

Dieses System umfasst Rezeptoren in jedem Organ, die Prozesse wie Appetit, Schmerz, Stimmung und Gedächtnis regulieren.

Jüngste Entwicklungen zu CBD-Öl

Vier Schlüsselpunkte bringen Klarheit:

1. Cornell University veröffentlichte am 23. Juli 2018 die erste große veterinärmedizinische Hanf-Studie. Geleitet von Joe Wakshlag (MS, DVM, PhD, DACVN, DACVSMR), zeigte sie gute Ergebnisse bei Hunde-Osteoarthritis ohne relevante Nebenwirkungen – außer leicht erhöhter alkalische Phosphatase.

2. Cornell untersucht CBD bei Katzen; Colorado State CBD gegen Angst und Anfälle bei Hunden – inklusive Dosierungsempfehlungen.

3. ElleVet (aus der Cornell-Studie) testet Katzen-Osteoarthritis. Wichtig, da 90 % der Katzen ab 10 Jahren betroffen sind und wenige langfristig sichere Optionen existieren. Drei weitere Studien starten diesen Herbst mit Dr. Wakshlag und University of Florida zu Anfällen, Onkologie und postoperativen Schmerzen (TPLO).

4. FDA genehmigte am 25. Juni 2018 Epidiolex (Hanf-Isolat) für Kinder-Krampfanfälle und stufte es am 27. September 2018 in Schedule V ein. Erstes Cannabis-Produkt außerhalb Liste I. Off-Label-Nutzung bei Tieren wäre möglich – doch teuer und ungetestet.

Diese Grauzone prägt Diskussionen landesweit.

Was bedeutet das für Haustierbesitzer?

Woher zuverlässige Infos zu CBD-Sicherheit und Forschung? ConsumerLab.com testet unabhängig, warnt vor Synthetika und hebt Qualitätsunterschiede hervor.

CBD in OTC-Ergänzungen braucht Dritt-Tests. FDA bevorzugt Isolate für Konsistenz.

Zu beachten: Qualitätskontrolle

Qualitätskontrolle

Auf der AVMA-Konferenz 2018 in Denver betonten Experten: Isolate vs. Vollspektrum. Jedes Produkt braucht Zertifikate zu Herkunft und Inhalt. Indiana fordert bald QR-Codes.

Dosierung und Sicherheit

Vollspektrum gilt als potenter – starte niedrig. Cornell-Studien klären Halbwertszeit und Dosierung für Hunde/Katzen.

Dürfen Tierärzte reden?

VIN-Umfrage: 63 % der 2.131 Tierärzte werden monatlich nach CBD gefragt. Kalifornien erlaubt seit 27. September 2018 Diskussionen (nicht Verschreibung). In Wisconsin unsicher für <0,3 % THC-Produkte.

Künftige Herausforderungen

DEA: Marihuana/CBD illegal, außer medizinisch bewiesen. FDA reguliert keine Supplements – ConsumerLab.com ist Schlüssel für Qualität. Mehr Forschung nötig.

Apotheken brauchen Cannabis-Berater, doch nur Tierärzte sind für Tiere qualifiziert (Valerie Fenstermaker, CVMA).

Tierarzt-Rat

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über Alternativen: Laser, Akupunktur, Gabapentin, Amantadin, Tramadol, Gewichtsmanagement, Fischöl oder Glucosamin. Teilen Sie Infos – wir brauchen offene Diskussionen für Hanf-Forschung (<0,3 % THC).

Achten Sie auf den „Wildwest“-Markt: Folgen Sie Forschern, fordern Sie Studien – für Glaubwürdigkeit. Bleiben Sie informiert.