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Vier bahnbrechende Fortschritte in der Veterinärmedizin der letzten 10 Jahre

Am 22. April 2019 von Dr. Katie Grzyb, DVM, auf Richtigkeit überprüft

In den letzten Jahren hat sich die Haltung zu Haustieren tiefgreifend gewandelt. Diese kulturelle Veränderung wirkt sich nicht nur auf die Ausrüstung der Tierärzte aus, sondern treibt auch intensive Forschung und die Entwicklung innovativer Behandlungen voran.

„Die gesellschaftliche Nachfrage nach hochwertiger tierärztlicher Versorgung hat zu einer Ausweitung und breiteren Verfügbarkeit von Spezialdiensten geführt – inklusive zertifizierter Experten in nahezu allen medizinischen und chirurgischen Disziplinen, wie sie in der Humanmedizin üblich sind“, erklärt Dr. Ryan Cavanaugh, DVM, Assistenzprofessor für Kleintierchirurgie an der Ross University School of Veterinary Medicine und Spezialist für veterinärchirurgische Onkologie.

„Mit dem Aufstieg der Spezialisierungen wurden Veterinärmediziner motiviert, Technologien zu optimieren, um Haustiere effektiver zu therapieren“, fügt Dr. Cavanaugh hinzu.

Zu den Schwerpunkten gehören 3-D-Druck, Fortschritte in der Prothetik und Laserchirurgie sowie der Einsatz von Cannabidiol (CBD).

3-D-Druck revolutioniert die Veterinärmedizin

Die Veterinärmedizin entdeckt gerade erst das volle Potenzial des 3-D-Drucks, der in den letzten zehn Jahren zugänglicher und kostengünstiger geworden ist.

„Vor zehn Jahren waren 3-D-Drucker teuer und die zugehörige Software komplex sowie aufwendig“, berichtet Dr. Rory Lubold, DVM, der in seiner Praxis bei Paion Veterinary aktiv 3-D-Druck einsetzt.

„Früher stützten wir uns auf Bücher und Computer-Renderings – doch diese erlaubten keine vollständige Visualisierung von Objekten“, ergänzt Dr. Lubold.

Heute bieten spezialisierte Firmen Komplettlösungen: Sie verarbeiten CT-Bilder zu gedruckten Modellen und liefern diese zurück – ein simpler Prozess für jedes Krankenhaus mit CT- oder MRT-Zugang.

In der Orthopädie sind 3-D-Modelle Standard. „Sie ermöglichen Chirurgen, Frakturen präzise zu bewerten und Operationen zu planen. Firmen wie Orthopets exzellieren bei kundenspezifischen Prothesen“, sagt Dr. Lubold.

Zudem nutzen Tierärzte 3-D-Druck zur Visualisierung normaler und pathologischer Anatomien für Weichteil- und Gefäßoperationen sowie Krebsentfernungen.

Prothetik auf höchstem Niveau in der Tierheilkunde

Lange Zeit beschränkten sich Prothesen auf externe Schienen zur Stabilisierung oder Längenausgleich nach Amputationen, erklärt Dr. Cavanaugh.

„In den letzten fünf bis zehn Jahren haben gezielte Forschungsinitiativen zu enormen Fortschritten geführt“, betont er. Dr. Cavanaugh entwickelt implantierbare Biomaterialien zur Rekonstruktion von Knochendefekten nach Tumorentfernungen.

Der 3-D-Druck hat diesen Bereich transformiert: „Komplexe Prothesen werden designed, gedruckt und zu implantierbaren Geräten für Unfall- oder Tumorfolgen verarbeitet.“

„Tierärzte rekonstruieren bereits Schädel und Gesichtsknochen nach Tumoroperationen oder retten Gliedmaßen vor Amputation“, hebt Dr. Cavanaugh hervor.

Laser in Chirurgie und Therapie: Präzision und Heilung

Laserchirurgie boomt in der Veterinärmedizin, besonders in den letzten zehn Jahren.

Aufgrund hoher Kosten und Schulungsbedarf finden sich chirurgische Laser vorwiegend in Referenzzentren wie Universitätskliniken, sagt Dr. Benjamin Colburn, DVM, aus Palm Springs, Florida.

Häufige Einsätze: Schmerzlinderung und schnellere Heilung bei Weichgaumen-Operationen oder Sarkoid-Entfernungen bei Pferden.

Lasertherapie hingegen verwendet ein anderes Lichtspektrum zur Geweberegeneration, nicht zum Schneiden. Die Technologie ist seit 1968 bekannt, doch ihr Einsatz explodiert nun durch neue Hersteller.

„Laser bieten eine nicht-invasive Schmerzlösung, ideal bei Komorbiditäten wie Leber- oder Nierenerkrankungen, wo Medikamente kontraindiziert sind“, erklärt Dr. Colburn.

Cannabinoide: Eine neue Säule der tierärztlichen Therapie

Cannabinoide etablieren sich zunehmend, gestützt auf wachsende Studienlage.

„Trotz jahrhundertealter Tradition hat sich ihr Einsatz in den letzten zehn Jahren explosionsartig entwickelt“, sagt Dr. Joe Wakshlag, DVM, außerordentlicher Professor an der Cornell University, der kürzlich eine Studie zu CBD bei hündischer Osteoarthritis leitete.

„CBD ohne psychoaktives THC hat die Akzeptanz in der Veterinärmedizin massiv gesteigert“, betont Dr. Wakshlag.

Es verändert die Therapie von Arthrose und Multi-Gelenk-Schmerzen grundlegend. „Eine Klientin weinte vor Freude, als ihr Hund nach zwei Jahren erstmals wieder Treppen stieg und bei ihr schlief.“

Dr. Wakshlag hält CBD für gleichwertig oder überlegen zu gängigen Schmerzmitteln. Laufende Studien zu Onkologie, Epilepsie und postoperativen Schmerzen zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Von: Diana Bocco