Hyperglykämie bei Katzen
Hyperglykämie beschreibt einen Blutzuckerspiegel über dem Normalwert. Glukose, ein einfacher Zuckermolekül, ist die Hauptenergiequelle des Körpers und liegt normalerweise bei 75 bis 120 mg/dl.
Insulin, produziert von der Bauchspeicheldrüse, reguliert diesen Spiegel. Bei Insulinmangel oder -mangel steigt der Glukosewert stark an und führt zu Hyperglykämie.
Mögliche Ursachen sind Pankreatitis mit eingeschränkter Insulinproduktion, Hormone (besonders bei unkastrierten Weibchen), ungeeignete Ernährung oder Infektionen wie Zahn- oder Harnwegsentzündungen.
Mittlere bis ältere Katzen sind anfälliger, ebenso kastrierte Kater. Stress kann vorübergehend Werte von 300–400 mg/dl verursachen – eine Beobachtung ist ratsam, doch oft kein Diabetes.
Symptome und Typen
Symptome variieren je nach Ursache. Bei stress- oder hormonbedingter Hyperglykämie bleiben sie oft unauffällig. Häufige Anzeichen:
- Erhöhter Durst (Polydipsie)
- Vermehrter Harndrang (Polyurie)
- Depression
- Gewichtsverlust
- Fettleibigkeit
- Übermäßiger Hunger
- Austrocknung
- Katarakt
- Blutunterlaufene Augen (durch entzündete Gefäße)
- Lebervergrößerung
- Nervenschäden in den Beinen
- Schwere Lethargie bei extrem hohen Werten
- Nicht heilende Wunden; erhöhte Infektionsneigung durch Zucker als Nährboden für Bakterien und Pilze
- Gewebeschäden durch oxidierende Wirkung des Zuckers
Ursachen
Außer Stress, Medikamenten (z. B. Herzwurmpräparate) oder glukosehaltigen Infusionen:
Niedriger Glukoseverbrauch:
- Diabetes mellitus
- Akute Pankreatitis
- Hoher Progesteronspiegel
- Niereninsuffizienz
Hohe Glukoseproduktion:
- Hyperadrenokortizismus
- Phäochromozytom
- Glukagonom
- Pankreasneoplasie
Physiologische Ursachen:
- Nach Mahlzeiten
- Bei Anstrengung
- Aufregung
- Stress
Infektionen:
- Generelle Infekte
- Zahninfektionen
- Niereninfektionen
- Harnwegsinfektionen
Diagnose
Ein umfassendes Blutbild (inkl. Chemie, Hämatologie) und Urinanalyse sind Standard. Sofortige Blutzuckermessung ist essenziell. Oft ist nur der Glukosespiegel erhöht, bei Stress oder Hormonen normal sonst.
Urin zeigt Glukose, Eiter, Bakterien oder Ketonkörper (bei Diabetes). Niedriges Insulin bei hohem Glukose deutet auf Diabetes hin. Erhöhte Lipase/Amylase signalisieren Pankreatitis, Leberwerte Fettleber. Röntgen und Ultraschall klären Organursachen.
Geben Sie detaillierte Anamnese: Symptombeginn, Stressfaktoren, Infektionshistorie. Das hilft, sekundäre Ursachen wie Pankreatitis oder Amyloidose zu identifizieren.
Behandlung
Behandlung zielt auf die Ursache ab. Bei physiologischen Anstiegen Stress reduzieren. Abrupte Senkung vermeiden, um Hypoglykämie zu verhindern.
Bei Diabetes Insulindosis anpassen. Manche Fälle verschlechtern sich durch zu viel Insulin – Ihr Tierarzt berät präzise.
Zuhause-Management
Bei Diabetes: Lebenslange Disziplin. Proteinreiche, kohlenhydratarme, fett- und ballaststoffreiche Diät. Insulin strikt dosieren und timen – nie eigenmächtig ändern!
Regelmäßige Kontrollen stabilisieren den Spiegel und schützen Ihr Tier.