Von Shara Rutberg
Wenn Sie an eine Katze denken, stellen Sie sich vielleicht ein sanftes, friedliches Wesen vor, das zufrieden in Ihrem Schoß schnurrt. Doch Katzen können auch schmerzhafte Bisse austeilen. Idealweise sind diese für Spielzeug oder Futter reserviert. Beißen Sie jedoch Ihre Katze Sie an, steckt meist ein Grund dahinter.
„Katzen beißen nicht mehr als andere Tiere“, erklärt Marilyn Krieger, zertifizierte Katzenverhaltensberaterin und Autorin von Naughty No More. „Aggression entsteht durch Umstände, Geschichte und Persönlichkeit des Tieres. Verhalten hat immer einen Kontext.“
Warum beißen Katzen?
Katzen benötigen tägliches raubtierisches Spiel, bei dem sie greifen, jagen und zubeißen, um das Töten zu simulieren, sagt Sally J. Foote, DVM und IAABC-zertifizierte Katzenverhaltensberaterin. „Eine glückliche Katze fühlt sich, als hätte sie täglich etwas erlegt“, betont sie. Bewegungen wie das Gehen lösen daher oft den Jagdinstinkt aus – mit Sprüngen auf Knöchel oder Füße.
Ein häufiger Grund: Als Kätzchen wurde das Beißen unbeabsichtigt belohnt, erklärt Mieshelle Nagelschneider, IAABC-zertifizierte Verhaltensberaterin und Autorin von The Cat Whisperer. Kätzchen üben Jagdfähigkeiten wie „Pounce and Bite“ oder „Grab and Bite“. Statt Hände sollten Spielzeuge genutzt werden. Kätzchenbisse verursachen selten Blut, doch mit wachsenden Zähnen wird es problematisch. Ohne frühe Grenzen setzt sich das Verhalten fort.
Katzen können Schmerzen nicht verbalisieren. Beißen signalisiert oft Zahnschmerzen oder Arthritis. „Katzen verbergen Leid gut – ein Biss deutet auf starke Beschwerden hin“, warnt Foote. Bei plötzlichem Beißen: Zum Tierarzt!
Umgeleitete Aggression ist ein weiterer Auslöser, sagt Krieger. Wie ein Mensch seinen Frust an der Familie auslässt, reagiert eine Katze auf einen Fremdkater am Fenster aggressiv gegenüber Nahestehenden.
Nagelschneider kennt Fälle, die Besitzer als „aus heiterem Himmel“ empfinden – sie verpassen den Trigger und sehen nur die verzögerte Reaktion.
Nehmen Sie jeden Biss ernst: Katzenmaulbakterien verursachen oft schwere Infektionen, schlimmer als bei Hunden.
Wie stoppen Sie das Beißen? (Und lehren Kätzchen sanfte Grenzen)
Schließen Sie medizinische Ursachen aus. Bieten Sie täglich raubtierisches Spiel: „10 Minuten mit Feder-Spielzeug, damit die Katze „töten“ kann“, rät Foote. Das entlädt den Jagddrang.
Bei Kätzchen: Spielzeug statt Hände. Bei Beißen: Kein Tadel, sondern Spiel abbrechen und wegdrehen, wie die Mutterkatze es tun würde, sagt Nagelschneider. „So lernen sie soziale Regeln.“
Krieger empfiehlt „Timeouts“ auch bei Adulten: Raum verlassen, kurz warten, zurückkehren. Katzen lernen schnell: Beißen bedeutet, der Mensch geht.
Vermeiden Sie Strafen wie Wasserspray oder Schockmatten. „Negativverstärkung steigert Angst und assoziiert Sie mit Gefahr“, warnt Foote. Katzen erinnern sich und werden ängstlicher oder meiden Sie.
Vor Beißen warnen Zeichen: Schwanzpeitschen, flache Ohren, weite Pupillen, Zischen, Knurren, gesträubtes Fell oder vorgestreckte Barthaare, ergänzt Nagelschneider.
Bei anhaltender Aggression: Katzenverhaltenstierarzt für Ergänzungen, Medikamente, Futteranpassung gegen Angst. So beißt die Katze bald nur noch Spielzeug.