Von Dr. Sarah Wooten
Stellen Sie sich vor, ich frage Sie: „Welche Ernährungsstörung trifft Hauskatzen am häufigsten?“ Unterernährung oder Taurinmangel? Falsch – das größte Problem ist Fettleibigkeit.
Über 50 Prozent der Katzen in Tierkliniken sind übergewichtig oder fettleibig. Adipositas liegt vor, wenn das Körpergewicht 20 Prozent oder mehr über dem Idealgewicht für den Körperbau beträgt. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, um das bei Ihrer Katze zu prüfen.
Fettleibigkeit mindert die Lebensqualität und verkürzt die Lebenserwartung, da sie Diabetes mellitus, Herzkrankheiten und schmerzhafte Arthrose begünstigt.
Warum werden so viele Katzen fettleibig?
Vor Jahrhunderten jagten Katzen im Freien: proteinreich, kohlenhydratarm, ständig aktiv. Heutige Hauskatzen führen ein luxuriöses, aber sesshaftes Leben – viel Schlafen, Fressen aus dem Napf, oft mit kalorienreichen Snacks.
Das Indoor-Leben stärkt die Mensch-Tier-Bindung, kontrolliert Populationen und reduziert Verletzungen. Doch Langeweile führt zu Stressfressen und Gewichtszunahme: Zu viele Kalorien rein, zu wenige raus.
Portionskontrolle statt freies Füttern
Freies Füttern – ständiges Futterangebot – ist Hauptursache. Katzen fressen dadurch zu viel. Die meisten brauchen nur 270 bis 290 kcal/Tag, das sind maximal eine halbe Tasse Standardfutter. Viele Besitzer dosieren unbewusst zu großzügig. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach der idealen Tagesration.
So unterstützt ein Slow Feeder das Abnehmen
Was tun, wenn Ihre Katze die Mahlzeit blitzschnell verschlingt und nachts bettelt? Ein Slow Feeder verlangsamt das Fressen und reduziert Kalorienaufnahme.
Diese Näpfe erschweren den Zugang durch Labyrinthe oder Rätsel. Sie bieten mentale Stimulation gegen Langeweile und bereichern die Umwelt.
Für Einsteiger: Der Northmate Green mit Silikonspitzen – Katzen lecken oder angeln. Oder der Pioneer Pet Portionsnapf für Trockenfutter, der Geist und Tempo fordert.
Für clevere Katzen: Trixie Aktivitäts-Tunnel-Futterspender oder Catit Senses 2.0 Futterbaum. Spaß für Mensch und Tier, plus Gewichtskontrolle.
Wichtige Hinweise zum Katzen-Abnehmen
1. Portionskontrolle ist essenziell: Mehr Kalorien rein als raus? Kein Abnehmen. Tägliche Ration strikt einhalten – danach Ende.
2. Langsam und sanft: Niemals verhungern lassen! Das riskiert hepatische Lipidose, eine lebensbedrohliche Lebererkrankung. Zielgewicht in 6–8 Monaten erreichen, Fortschritt wöchentlich wiegen.