Von Diana Bocco
Auch wenn Raubtiere und Beutetiere in der Wildnis keine Freunde sind, können Katzen und Kleintiere im Haushalt durchaus friedlich koexistieren. Roy Cruzen, DVM, Experte für Vögel, exotische Tiere und Wildtierrehabilitation, erklärt: Die Domestizierung ermöglicht es Tieren aus verschiedenen Ecken der Nahrungskette, gemeinsam zu leben.
„In der freien Natur jagen Raubtiere aus Hunger, doch im Haushalt übernimmt der Besitzer diese Versorgung. So ist ein friedliches Zusammenleben in vielen Fällen möglich“, betont Cruzen.
Den Jagdinstinkt Ihrer Katze verstehen
Der Jagdinstinkt variiert stark von Katze zu Katze. Es ist schwer vorherzusagen, doch es gibt Anhaltspunkte, um die Stärke bei Ihrer Katze einzuschätzen, rät Cruzen.
Indoor-Katzen über drei Jahre jagen seltener. Eine frühe Kastration ist essenziell, um Fortpflanzungs-, Territorial- und Jagdtriebe zu mindern – der Instinkt verstärkt sich nach der Geschlechtsreife.
Weitere Indikatoren: Faszination für schnelle Bewegungen oder Vogelhäuschen. Wenig Interesse deutet auf geringen Trieb hin. Auch die Beutegröße zählt: Katzen kommen leichter mit Kaninchen klar als mit Mäusen, sagt Cruzen.
Das passende Kleintier für Ihre Katze wählen
Größere Kleintiere wie Kaninchen, Frettchen, Schildkröten oder Meerschweinchen sind oft die beste Wahl, empfiehlt Cruzen. Es gibt keine Garantie, aber sie funktionieren häufiger.
„Große Schildkröten und Leguane ignorieren Katzen meist gegenseitig, während Frettchen durch gemeinsames Spielen und Schlafen binden“.
Kleine Nagetiere wie Mäuse, Hamster oder Rennmäuse sind riskant: Sie entkommen leicht und triggern selbst ruhige Katzen durch Bewegung, warnt Cruzen.
Sara Schipper, DVM vom New England Animal Hospital und JustAnswer-Expertin, erklärt den Beutetrieb: Beim Spielen mit Katzen simulieren wir schnelle Bewegungen. Langsame Tiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen passen daher besser.
Die Katze dem Kleintier richtig vorstellen
Das Alter der Katze ist entscheidend, sagt Schipper: Junge Katzen wirken verletzlicher, Ältere dominanter.
Cruzen rät zu neutralem Terrain, fern vom Katzenrevier: „Nicht auf der Couch – besser im Bad oder beim Tierarzt.“ Halten Sie die Katze fest, lassen Sie riechen, wiederholen Sie über Tage oder Wochen. Geben Sie Raum zum Ausweichen.
Katie Grzyb, DVM vom One Love Animal Hospital in Brooklyn, NY, empfiehlt: Zuerst Geruch mit Decke oder Handtuch einführen. Dann getrennt durch Gitter, bis die Katze entspannt reagiert.
Sicheres Spielen mit Kleintieren beibringen
„Zusammenleben immer beaufsichtigen, danach Kleintier sichern“, rät Schipper. Keine Garantie für Alleinsein – Käfige allein reichen nicht.
Installieren Sie katzensichere Barrieren. Bei Freigang: Immer beaufsichtigen. Achten Sie auf Unruhe, Angst oder Dominanz. Bei Spannungen strikt getrennt halten – schützt beide Seiten vor Verletzungen.
„Seien Sie bereit, separate Bereiche einzurichten oder Tiere umzuplatzieren“, schließt Cruzen.
Dieser Artikel wurde von Dr. Katie Grzyb, DVM, überprüft und auf Richtigkeit geprüft.